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Zweytes Luch,
philosophischer Arzt den Göttern ähnlich sey. Mitdiesen lichtvollen Grunbiatzen und der angcbornenGrösse seines Geistes brachte es Hippocrates soweit, daß er der erste wahre und grosse Arzt ward,weil er mit der Erfahrung die Gelehrsamkeit undmit dieser eine behutsame, abgebrochene und ausdem Mark der Dinge stammende Weisheit verband.
Durch die Gelehrsamkeit ward also die Arzney-kunst unter dem Griechischen Himmel gebildet, unddarum behielt diese Kunst auch ihre erste rohe Ge-stalt , wo die Schriften der Griechen nicht hindran,gen. Von ihnen haben sie die Römer so wie alleWissenschaften und Künste erlernt, nachdem von Er-bauung der Stadt bis zu der Ankunft der Griechendie Arzseykunst in Rom ein Pythagoräisches oderpraktisches Geschwätz gewesen. In China ist we-gen der bekannten Verachtung für die Erfindungenaller andern Völcker die Arziteykunst noch in unsernZeiten sehr seicht obschon sieben und dreyßig Jahrevor Christi Geburt der Kayser Chi Hoang Ti beyLebensstrafe alle Bücher zu verbrennen befahl, aus-genohmen die Bücher der Bankünstler und der Aerz-te. Bey den sonst nicht gesitteten Malabaren be-steht diese ganzeKunstin der Kenntniß einiger Kräu-ter, und der Fähigkeit diese Kräuter nach gewissenererbten Vorschriften zu gebrauchen , die man aus-wendig lernt. Auf dem ganzen durch die wahre Ge-lehrsamkeit noch nnerläuchtelen Erdboden ist die Arz-neykunst in ihrer Kindheit.
Ohne die Schriften der Aerzte, die jenseits ihrem