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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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129
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ns Drittes Luch,

eines Landes bemerken, plötzlich sehen wo er mitSicherheit sich lagern kann, die Gelegenheit zu wäh-len wissen, wo seine meisten Truppen fechten kön-nen und wo dem Feinde eine ungleich grössere An-zahl unnütz ist. Er inuß desselben Absichten unter denbetrieglichsten Wendungen entdecken, und alle Thei-le des Angriffes aus scharfe Beobachtungen gründen,er besiegt in der rasenden Schlacht den Feind odersein Unglück durch ein stilles und durchdringendesAuge. Friedrich hat gesagt und durch unerhörteThaten gezeigt, wie oft ein Feldherr mit einem Mei-sierblick überwindet.

Ich hahe bishieher von dem Beobachtungsgeisienur philosophisch geschrieben, weil nicht möglichwar über einen abstracten Ausdruck sich deutlich zuerklären, ohne an philosophische Grundsätze hin-auf zu steigen, aus denen nunmehr begreiflicherwird, was ich durch den Beobachtungsgeist in derArzneykunst verstehe. Rousseau sagt, es sey sehr trau-rig, dasi es so viel Philosophie braucht, um einmalbeobachten zu können was man alle Tage sieht.

Die Gelehrsamkeit ist der Schlüssel, mit dem derArzt das innerste der Natur öffnet; der Practicuswill diese Porte ohne Schlüssel öfnen. Ohne dieGelehrsamkeit wissen wir nicht, worauf wir in derNatur zu sehen habe», ohne den Beobachtungsgcisttreten wir blindlings ihre Spuren. Ein gelehrterArzt kennt zum voraus das Land daö er durchrei-sen soll, er hat die besten Beschreibungen davon ge-lesen; der Practicus tritt »»bereitet diese Reise an,