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erstes Capitel.
er findt närrisch sich zum voraus um ein Land zubekümmern, das man sehen wird. Man kann in»deß die Erdbeschreibung verstehen , und plötzlich inein noch ungesehenes Land versetzet das eine für dasandere nehmen. Die Kunst zu sehen muß die Ge-lehrsamkeit begleiten, weil es besser iß daß manselbst sehe , als nur schlechterdings glaube, ande-re haben gesehen. Täglich mit der Natur bekann-ter , lernt man ihre Stellungen, Wendungen, Ge-wohnheiten und Läune (csprices) kennen, wenndie Gelehrsamkeit mit der Kunst zu sehen vereint ist.
Ich verstehe durch den Beobachtnngsgeist in derArzneykunsi die Fähigkeit in dem historischen Theileder Arzneykunst, oder der Geschichte der Begeben-heiten , alles so zu sehen wie es ist. Durch die Ge-schichte der Begebenheiten in der Arzneykunst ver«stehe ich die Geschichte derjenigen Erscheinungen undZeichen, aus welchen man begreift, daß eine Krank-heit , oder jede andere in Krankheiten sich eräugnen,de Begebenheit dasjenige ist, was sie ist. Der Be-obachtungsgeist macht also dem Arzt die Erscheinun.gen in den Krankheiten , ihre Verbindung und ihreAbhänglichkeit in so weil deutlich , als es ihm nö-thig ist durch dieselben auf die Ursachen zu schließen.Er zeigt ihm die Physionomie von jeder Krankheit,die man zwar unmittelbar nicht sieht, aber die derVerstand durch die Augen sieht.
Der Arzt tritt in das Zimmer eines Kranken undentdecket durch den Beobachtungsgeist Dinge, de-ren Kenntnis andern unmöglich geschienen. Eine