i;4 Drittes Buch,
hat das übernatürliche und wunderbarliche durchein überzeugendes Beyspiel erkläret; er sagt, wennjemand einem Kraut eine purgirende Kraft zuschreibtdie es nicht hat, so irrt er zwar, aber er ist deswe-gen nicht abergläubisch, weil ein Kraut das einepurgirende Kraft hat weder etwas übernatürlichesnoch etwas wunderbarlicheö ist; allein wenn jemanddem gleichen Kraut eine Kraft zuschrieb den Men-schen der es bey sich trägt entweder unsichtbar oderunverwundbar zu machen, so wäre dieser Wahnnicht mehr ein blosser Irrthum, sondern ein Aber-glaube.
Der Geschmack für das übernatürliche und wun-derbarliche benebelt den Verstand so sehr , daß erdunkeler wird als die Schatten der Nacht. Je we-niger die Menschen wissen desto geneigter sind sie zuglauben, je weniger sie die Körperwelt kennen, destoweiter machen sie die Geisterwelt. Ein berühmterGvttesgelehrter hat gesagt, der Geschmack für dasfalsche giebt ein Vergnügen das ein Weiser missenmuß ; Wunderdinge, Gespenster, Poltergeister, Er-scheinungen der Todten, Spuckereyen und so vieleandere närrische Einbildungen sind immer dasjeni-ge was die Gespräche des gemeinen Volkes am mei-sten belebet; denn jeder Mensch der etwas widersin«nisches, etwas der Natur der Dinge und den un-veränderlichen Gesetzen des Schöpfers entgegenge-setztes erzählet, macht seine unwissende Zuhörer höchsterfreut die Ohren spitzen.
Aus den erfahrungsvollen Worten dieses Gottes«