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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
164
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drittes Capitel. r;r

Irrthümer finden , als unter einer ganzen Nationvon Huronen.

Gute Beobachtungen müssen wohl geschrieben seyn,weil die wohlgemachte Beschreibung einer Krankheitso viel lehrt als die Krankheit selbst. Jede Krank-heit und jeder Umstand in den Krankheiten wirdso zu sagen durchsichtig, wenn ihre Beschreibung sichzu der Krankheit nur verhält, wie ein gutes Nach-bild zn seinem Original; die Aehnlichkcit kann starkseyn, wenn schon die Züge des Nachbildes schwä-eher sind als das Original. Man soll die Gebrechendes Kranken mit den Worten der Kranken erzählen,wenn sie diese Gebrechen ausdrücken; man soll allesso erzählen, daß es den Leser dünke, er sitze neben demBett des Kranken. Man soll die Natur malen wiesie ist , und ihr nicht Zierrathen leihen wollen, diesie verstellen. Ich bin oft der Arzt von witzigenKöpfen gewesen, meine erste Bitte war allemal daßsie in ihren Briefen nur der platten einfachen Naturfolgen, weil ich versichert war sie so oft nicht zu ver-stehen , als sie witzig seyn würden. Die Natur istfreylich selbst zuweilen witzig, daß ist der Zusam-menhang der Begebenheiten ist zuweilen so beschaf-fen, daß sich die entferntesten Ideen in demselben ver-binden. In diesen Fällen scheint es dem Beobach-ter erlaubt zu schreiben, wie die Natur spricht. Wasman insgemein Beredsamkeit heißt, und ich zwarfür Beredsamkeit nicht erkenne, ist in der Geschichteeiner Krankheit noch weit schädlicher als der erzwun-gene Witz, well ein weitschweifiges Geschwätz den