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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
165
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i?r Drittes Auch/

Verstand um so mehr benebelt als es erhabener ist.Die Richtigkeit, oder die Kunst von einer Sachenur so viel zu sagen als dahin gehört, ist daher inallen menschlichen Dingen eines der vornehmstenMerkmale des Verstandes. Nicht alles was uns dieNatur entdecket ist gleich wichtig , nicht alles ver-dient eine gleichgestimmte Aufmerksamkeit, obschonauch oft die kleinsten Umstände dem Genie seine Se-hepunkte vermehren. Die Anmerkungen eines gu-ten Beobachters müssen kurz , klug , bescheiden,voll Zurückhaltung seyn , und aus dem Mark derDinge fliesten. Wir haben neben den unsterblichenWerken der oft in diesen Blättern angeführten Leh.rer der Arzneykunst, an den meisten Inaugural-Dis-sertationen der jungen Aerzte in Edinburgh wahreMuster einer guten medicinischen Schreibart, diedurch und durch kurz, ordentlich, deutlich, mrge-künstelt und männlich ist.

Die Beobachtungen von welchen ich bishieher nurdie allgemeinsten Regeln gegeben sind entweder ein-zeln oder allgemein. Einzele Beobachtungen enthal-ten dasjenige, was man in einzelen Personen wahr.genommen hat; allgemeine Beobachtungen was manbey vielen wahrgenommen hat; aus jenen entstehendie besondern Krankengeschichten, aus diesen die all-gemeinen Krankengeschichten. Sydcnham hat ge-glaubt es flieste sehr wenig aus einzelen Krankenge-schichten , wenn der Beobachter nur zeige diese ein-zele Krankheit sey einmal oder auch öfters mit die,sein Mittel gehoben worden; denn was liegt mir