drittes Capitel. re;
daran sagt Sydenham, wenn man die unendlicheMenge hochgepriesener Mittel mit einem neuen bis-hieher unbekannten vermehret; soll ich mit Wegwer-fung aller anderer Formeln mich an diese allein hal.ten, so muß ich doch erst aus fast unzählbaren Er-fahrungen derselben Kraft kennen, ich muß unzähl.bare Umstände in Absicht auf den Kranken und dieMethode erwägen, eh mir einiger Nutzen aus die-ser einzelen Beobachtung fließt. Friend hat widerdiese Meynung des Sydenham eingeworfen, daßdie vollkommene und festgestellte Heilart auf wel-che Sydenham so sehr gedrungen , aus dieser ge-nauen Erwägung einzeler Fälle entstanden sey; denndie einzelen Krankengeschichten haben den Vortheil,wenn sie mit Verstand und Aufrichtigkeit erzähletsind, daß sie die allerkleinsten und den Scharfsinndes Arztes der sie bemerket am meisten an den Taglegenden Schattirungen der Krankheiten auf dasdeutlichste uns eröfncn , und eine feste und sichereHeilart uns gleichsam mit dem Finger andeuten.Diese einzelen oder besondern Geschichten hat Hip-vocrates nach dem Urtheile des Friend mit der äus-sersten Kunst aufgezeichnet, er hat in denselben vor-züglich bey demjenigen verweilend was den Kernder Arzneywissenschaft ausmacht, die Gestalt undso zu reden die Gesichtszügc der Krankheit in jedemKranken mit solchen Farben ausgedruckt, daß einscharfsinniger Leser von selbst auf die Hcilarten fällt'vbschon er sie verschweigt. An einem ander» Ortesczt Friend hinzu, die allgemeinen Krankengeschich-