Drittes Buch,
gleichwohl aller menschlichen Weisheit unmöglich ge-wesen seyn, das Leben des Admiralen ohne einigeNothwendigkeit, oder ohne einigen Nutze» ein er neu-en Verschlingnng zu erhalten. Folglich sieht mandaß eS Leute giebt, die zum tadeln und lügenfrech, die Wahrheit anzunehmen unfähig findwennsie sich auch in dem offenbarsten Lichte überwiesensehen.
Der zweyte nicht weniger merkwürdige Fall, wel-cher die zuweilen sich eräugnende Unmöglichke it dasgegenwärtige in den Krankheiten zu erkennen , unddas künftige vorherzusagen beweist, ist in der vo n demBoerhaave herausgegebenen zwoten Geschichte einergrimmigen Krankheit, mit der gleichen Stärke lindWahrheit beschrieben.
Der Margraf Guido von Samt Auban war einstarker, hurtiger, schöner und aufgeweckter Herr,der sehr oft ritt, jagte, tanzte, und niemals müdeward. Im trinken hielt er sich ungemein mäßig;Speisen genoß er ohne Wahl, am meisten aber lieb-te er fettes Fleisch und frische Butter. Nach demzweiten Jahre seines Alters hatte er eine kleine Ver-knüpfung gehabt, die aber bald verschwand, so wieein aufgedunsenes Wesen in seinem Bauche im fünf,ten. In seinem sechözehnten Jahre hatte er ein hi-ziges Fieber, doch ward er davon gänzlich und ohneden geringsten widrigen Erfolg befreyt.
Verschiedene Jahre hinter einander ward er dochmit einem anererbten Uebel sehr geplagt. Dieses be-stund in einer sehr heftigen Geschwulst der Golda-