achtes Capitel. 295
heftiger critischer Schmers gefährlich ist , weil erdie zum Abfall nöthigen Kräfte erfchövfet, und dieKrankheit mehr verlängert als hebt; daß ein unge-mein heftiger Schweis am Ende hitziger Krankhei-ten oft ein Zeichen des Todes ist, weil er dcnnzu-mal ein Zeichen der äussersten Schwachheit ist, undmehrentheils in den kalten und letzten Schweis über-geht.
Heftige Schweife sind in aufzehrenden Fiebernschlimm, weil sie auch da Beweise einer grossenSchwachheit sind , doch kann man wie ich oft be,merket unter solchen Schweifen sich erholen. In-dem ich dieses schreibe, habe ich einen achtjähri-gen Knaben vor mir, dem am Ende eines einfachenFlußfiebers, ohne die geringste Urjache, die häufigvor diesem Fieber an feinem Halse sich gesammelte,und nicht durchbrechende Materie der bey Kindernan dem Kopfe sich äusserndcn Krätze plötzlich aufdieBrust schlug , daselbst einen unaussprechlich hefti-gen konvulsivischen Husten erregte, der in eine gänz-biche Auszehrung mit einem beständigen starken Fie-ber überqicng. Neben den gewöhnlichen Zufällenhatte dieser Knab einige Monate hintereinander desNachts so entsetzliche Schweift , daß sein ganzer Leibeinem Siebe ähnlich wurde, durch welches alles waser tranck unmittelbar zu rinnen schien. Indeß er-holte er sich unter diesen Schweifen gar sehr, giengoft spatzieren und nahm auch sogar am Fleische zu.Sein Fieber, und sein trockner sonst bey jeder Feuch,