achtes Capitel. ;r;
erheitern kann. Mit diesen Vortheilen ausgerüstethilft der Arzt dem Kranken seinen Körper überwin-den , und er füllt seine Seele mit Sanflmuth, mitHofnung und Unerschrockenheil. Alle Arznepen sindin solchen Fällen umsonst , wenn der Arzt gleich demNarren der über Wahrheit nnd Tugend spotten möch-te, jene aufzusuchen zu faul, und diese auszuübenzu schwach ist.
Lassen sich also Krankheiten durch Mittel lin-dern die gerade auf die Seele wirken , so ist auchder Schluß richtig daß es Fälle giebt, in welchendie Seele ihren Körper verändern kann. Er fließtaber auch aus der Erfahrung. Man weis wieviel die Seele in scharfsinnigen und gefühlvollenMenschen zum Nachtheil ihres Cörvers vermag.Swift war mager so lang ihn die Ehrsucht undallerley Gram plagte, nachdem er aber den Ver-stand gänzlich verloren hatte wurde er auch wiederfett. Feine , scharfsinnige, geistvolle Menschendie ihrer Gemüthsbewegungen nicht vollkommenmeister sind, zehren ihren Körper aus wie eine Lam-pe ihr Oehl.
Ohne dieses Scharfsinns, ohne dieser feinen undallenthalben durchdringenden Blicke fähig zu seyn,giebt es eine andere Gattung Menschen , die eben sogefühlvoll für daS kleine, und an der äussersten O-berfläche der Dinge liegende sind; auch diese Seelenzehren ihren Körper aus. Sie werden zur Weich-lichkeit, Ungedult, Unbeständigkeit, Laune, Zorn,Schrecken, Seltsamkeit, und allen kleinen Leiden-