Drittes Luch,
Krankheit vertragen, dieser will es nicht. Er willes nicht, weil sie ihm die unausstehliche Gleichheitunter den Menschen zu fühlen giebt, die der Todvollendet. Er will es nicht , weil dcnnzumal Or-densbänder ein Puppenspiel, Paliäste eine Wüste-ncy, und Reichthümer ein nutzenloser Staub sind.Er will es nicht, weil auf d-em Sterbbette auch demglänzendesten und erhabensten Geiste unter den Men-schen nichts übrig bleibt, als das Bewußtseyn seinerUnschuld. Wie mehr sich also jeder Mensch überseine Krankheit ärgert, desto gewisser ist es, daß siein kurzem mächtiger seyn wird als er.
Die Slandhaftigkeit ist ein gutes Zeichen in allenKrankheiten. Der gegenwärtige Tod scheint mirnicht so furchtbar als die blossen Wirkungen derKleinmuth. Sterben muß man wenn die Todes-stunde schlägt, allein den Gräberton anstimmen wol-len, wenn Muth und Unerschrockenheit die langeNacht des Grabes noch besiegen kann , ist tödend.Eine ungcmeine Niedergeschlagenheit des Geistesaussert sich oft vor dem Ansbruche des Friesels, siekommt wieder wenn die Flecken zurücktreten, sie bleibtmehrentheils wenn bey einer eingeschlossenen Luft,starkem Zudecken, und hitzigen Arzneyen, die Fle.ken bleiben; aber ich sehe auch daß der Kranke plötz-lich stirbt, wenn ihn nahe an dem glücklichen Aus,gang diese»! Krankheit eine willkürliche Furcht über.fällt, so wie er nach den Bemerkungen des Herrnvon Stockar eines in seinen jungen Jahren zu der
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