achtes Capitel. ;rr
wahren Grösse aufblühenden Schweizerischen Arztesnicht stirbt, wenn er in dieser Krankheit den Todwünscht , weil er ihn nicht fürchtet wenn er ihnwünscht. Eine unwiderstehliche Empfindung sprichtin mir bey dem ersten Besuche eines ungedultigen ,häßigcn, und unbeständigen Kranken inEntzündungs-Ficbern, die eine geschwinde, starke und unermü»dete Hülfe federn, du stirbst. Die meisten hitzigenund langsamen Krankheiten werden durch eine zor«rüge Ungedult verlängert, oder verschlimmert, undviele find nur darum tödtlich, weil man der Naturdie Uebel vorwirft, die man sich zugezogen indemman sie beleidigt hat. Aber denn bringt der Menschdie empörte Natur zum schweigen, wenn er untertausend Plagen die Wege der Vorsehung verehrt,mit Traurigkeit umgeben sein Herz im Leiden übt,und sich im Schmerzenbette seiner glücklichen Ta»ge gegen seinen Gott mit Dankbarkeit nicht mit Ver.zweifelung erinnert. Seine Gedull im Unglücke istin allen Krankheiten ein erfreuliches Zeichen, weitstevoll himmlischer Anmuth ihn zu dem wolkenfrcyenGipfel erhebt, von dem man Schmerz und Leidenunter sich im Thäte steht.
Der Tod ist nicht so schrecklich als das Leben desMenschen der sich den Tod schrecklich vorstellt. Ichhabe gesunde Menschen vom Tode reden, und krau«ke sterben gesehen; nur die gesunden agonisierten,weil sie vor Schrecken durch ihre ganze Lebenszeitstarben. Die Standhaftigkeit im Tode ist zwar beydummen Menschen die Wirkung ihrer eingebildetenX