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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
732
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-reyzehntes Capitel. 719

verbinde. Die Entblößung der Brust wird durchdie Gewohnheit zwar unschädlich , aber an vielenOrten zeigen die Bürgcrswciber ihren Busen nurbey Ehrenanlässcn. In diesen Fällen ist das Wetternicht allemal günstig, und der Mangel der Gewohn-heit macht daß sie sehr leicht in Brustkrankheitenverfallen. Auch sollten die Gesttze entweder allenWeibern die Entfaltung des Busens erlauben, odersie allen verbieten.

Weit schädlicher ist die zu der Gestaltung einesschlanken Leibes ganz unnütze, und darum in Lan-den wo man die schönsten Leibesgestalten sieht beyallen jungen Mädgen nunmehr verabsäumte Prestsung des Unterleibes durch die Schnüebrüstc, ob-schon sie doch auch in einigen Fällen nützlich scheint.Ich sehe daß die schwächsten Frauenzimmer zuwei-len weiche ^Schnürbrüste tragen müssen, weil esihnen sonst' unmöglich ist ihren Rücken ausrecht zuhalten. Aber alle Gattungen von Krankheiten desMagens, das gänzliche und anhaltende Zurückblei-ben der monatlichen Reinigung mit allen seinenschädlichen Folgen, ein aufgedunsenes Wesen imAngesicht, Rothläufe, alle Reihen von Mutterbe,schwerungcn, Ohnmachten, liefe Melancolic, schwe,re Geburten, und auch zuweilen Schlagffüsse, sinddie Folgen dieser unvernünftigen Pressung. Ichgetraue mir nicht ein Frauenzimmer von den meistender angeführten Uebel gänzlich zu beftcucn, wennsie ihren Schnnrlcib für einige Zeit nicht weglegt,oder wenigstens einen fühlbaren Raum zwischen ih.