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viertes Buch,
rem Körper, und dem Schnürleib übrig läßt. Ruf.stl sagt, in Alcppo schnüren sich die Weiber garnicht, dieses und ihr öfteres Baden ist die Ursacheder leichten Geburten die man in Syrien durchge-hends wahrnimmt.
Die Weiber achten ihre Schönheit höher als ihrLeben. Sie sind daher um so mehr zu beklagen,wenn die Gewohnheit oder die Religion ihnen lä-cherlicher weise Schm'irleiber aufbürden, die zugleichdie Schönheit und die Gesundheit verderben. DieseBarbarey herrscht noch hin und wieder in derSchwcitz. In gewissen Gegenden tragen die Wei-ber Schnürleiber die ihnen das Ansehen gebeiu, alswenn sie alle Buckel hätten. In der einzigen Schwei-zerischen Stadt in welcher Rousseau einen öffentli-chen Vertheidiger gefunden, zwingt man die Wei-ber durch ein Gesetz das die Miene der Andacht nimmt,eine aus diken eisernen Stangen zusammengeschmie-dete Machine zu tragen, der man den Ehrenna-men einer Schnürbrust giebt. Vor einigen Jahrenbat eine Jungfer aus vieler Stadt ihren Magistratum die Erlaubnis, ohne diesen wolhergebrachtenPanzer, der ihr Magcnkrämpfe und allerhand Mut-terbeschwerungen machte, in der Kirche erscheinenzu dürfen; denn sogar die schwängern Weiber sindvon der Kirche ausgeschlossen, wenn sie diesen Pan,zer nicht mehr tragen können. Der Magistrat wollteder Jungfer diese der Religion seiner Väter wider-strebende Bitte ohne das Zeugnis eines frommenund gewissenhaften Arztes nicht gewähren. Sie
brachte