Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
771
JPEG-Download
 

?;« viertes Buch,

stes gieng in den Körper über, und zog mit sichneue Neigungen zu Krankheiten, denen er nach demLaufe der Natur nicht wäre ausgesetzt gewesen. Umihre Bequemlichkeiten allein bekümmert versagen sichdie würdigen Schüler dieser Philosophie von allemdem nichts, was einige Beziehung auf ihr vorgeb-liches Wolseyn , auf ihre Bequemlichkeit, und dieVergnügung ihrer Lüste haben kann. Das Bewußt-seyn der schlimmen und unvermeidlichen Folgen ih-rer zaumlvsen Begierden vermag nichts wider dieReitze ihrer Sättigung, wenn ihre Dauer auch nurein Augenblick wäre. Warum sollte man eine Lustkennen, und sie nicht gemessen? Aber nach und nacherschwachet der ausgenutzte Körper, und die Seelesinket in eine nicht mehr bezwingbare Trägheit. VonEckel für alle genossene Reitzungen überfallen, undvon der langen Weile überwältigt, schweben dieseelenden Sclaven und Sclavinnen ihrer Sinne in ei-ner unermeßlichen, und durch nichts mehr zu füllen-den Leere. Umsonst suchen sie einige Hülfe in ih.rem Geiste, und einige Linderung unter der Last ih-rer Niedergeschlagenheit; für sie vermag die 'Seelenichts mehr, weil sie in den Zeiten da der Körpernoch in seiner Stärke gewesen nicht gestritten hat,weil sie ihrem verwöhnten Geschmacke und ihrenverdorbenen Leidenschaften nicht widerstanden ist.Gefühlvoll für die sanftesten Eindrücke zittern ihreFibern wenn ein Stäubchen sie berührt, ein-kenflügel umgiebet sie mit Finsternis, emHanch kannsie erschrecken, sie rasen bey dem kleinsten Widerspruch.