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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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775
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viertes Buch,

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Uebel die nur zum Theil geheftet sind können denStof zu einem andern zurücklassen. Man hat gest,hen daß ein wahrer Aussatz mit einem Verluste derEmpfindung, aber mit beybehaltener willkürlicherBewegung, die Folge einer im Grunde liegendenalten venerischen Seuche war. Die Einbildungs-kraft kann sogar von einem ehmaligen wirklichen Ue-bel so gerühret seyn, daß der Mensch sich noch im-mer mit demselben behaftet glaubt, da er doch ge-heilt ist, oder daß er sich wenigstens gewisse Folgendieses Uebels als gegenwärtig vorstellt, da sie dochaugenscheinliche Grillen einer verworrenen Einbil-dungskraft sind. Freind hält es für eine sehr merk-würdige und sonst in keinen» andern Falle sich äus-strnde Erscheinung, daß Personen die einmal mitder Lustseuche behaftet gewesen, sie mögen auch nochsowohl geheftet seyn, sich immer einbilden sie seyennicht recht geheilt, und es bleibe ihnen-noch immerder Same zu einem neuen Anfall dieser heßlichenKrankheit zurück. Darum finden auch die Aerztemehr Schwierigkeiten die eingebildeten Uebel zu hei-len als die wahren. Ich erinnere mich eines from-mcn nunmehr verstorbenen Mannes, der einige Jahreeh er K mir kam, das Unglück hatte durch die be,kannte List des leidigen Satanas in einen Tripper zuverfallen. Dieses Uebel ward ihm von einem Wund,arzte gänzlich geheilt, er bildete sich aber seitdemimmer ein sein Geburtsglied sey krumm, und erkönne also seines sehnlichen Wunsches ungeachtet nichthcyrathen. Bey der gemachten Untersuchung fand