fünfzehntes Capitel. 76;
Gesundheit; oder vielmehr ist nur der unmäßig,der mehr Speisen und Getränke zu sich nimmt alser vertragen kann. Eine halbe Flasche mit gemei.nein Weine macht viele betrunken, aber darum istder nicht unmäßig der zwo oder drey sauft, undnicht betrunken wird. Die Unmäßigkeit im Essenund Trinken hat auch wirklich von Zeit zu Zeit ih-ren Nutzen, weil der Körper von abwechselndenWirkungen verschiedener Ursachen weniger leidet, alsvon der anhaltenden Wirkung einer Ursache. Im-mer mäßig seyn ist ungesund, weil man unter dergeringsten unausweichlichen Abänderung einer allzu,harmonischen Lebensart sofort erlieget. Zuweilenrasen, aber angenehm und mit Vernunft rasen, istgesund.
Die blosse Abänderung macht die gröstcn Fehlerin der Lebensordnung unschädlich, ich erfahre es im-mer , und die grösten Weltwcisen haben diese Lehregepredigt. Plato die Gesundheit zu unterhaltenvorzüglich, daß man die Seele nicht ohne den Kör-per und den Körper nicht ohne die Seele übe, da.mit durch die hieraus fließende Uebereinstimmungder Kräfte von beyden auch beyde gesund bleiben.Daher fand Plato sehr dienlich, daß diejenigen wel-che sich der Mathematick oder irgend einer andernWissenschaft ergeben, auch zugleich dem Körperalle mögliche Uebungen vergönnen, und hinwiederdaß diejenigen welche bemühet sind dem Körper diemöglichste Stärke zu geben, auch zugleich die schönenWissenschaften und die Wcltweiöheit studiren. Boer-