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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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783
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77» Viertes Buch,

Wirthshäusern und Gasthöfen für zwey bezahlenmuß, und doch bcstndt er sich sehr wohl. SolcheBeyspiele sind in der Schweitz unzälbar. Auch hatder Bischof Burnet unsere Eßbcgicrde beschriebenwie sie ist, denn meine Haare strecken sich in dieHöhe wenn ich denke, was viele wohledclgcborne,edelgcborne, und gcborne, wohlchrwürdigc, ehr-würdige, und würdige Schwezer nur zum Früh-stücke speisen. Mylord Bacon sagt ganz nach mei,nem Herzen, die Aerzte haben die Mäßigkeit imEssen zu sehr gelobt, weil auch das zur Gewohnheitgewordene Fasten und das zur Gewohnheit geworde-ne übermäßige Essen die Gesundheit besser unterhältals die so sehr gepriesene Mäßigkeit, welche die Na-tur träge macht, und unfähig den Ueberfluß oderden Mangel wenn es nöthig ist, zu vertragen.

Daß man sich an starke Getränke zuweilen gewöh-nen könne ließ sich wenigstens von den Einwohnernvon Peru vermuthen, wenn wahr wäre daß dieseGetränke in Peru nicht mehr erhitzen als das Was-ser. Man weis wie hoch es die Türken inil deinMohnsaft bringen, der noch mehr sagen will alsalle spirituose Getränke; es ist nichts außerordentli-ches wenn ein Ianitschar zwey Quintlein ohne sei-nen Nachtheil schlückt. Solche Beispiele hat manauch in England gesehen, und eines ist mir voneinem Schweizerischen Advocatcn bekannt, der stchalltäglich des Mohnsaftü zu zwey Quintlein ohneden geringsten Nachtheil bedient. Es wäre zu