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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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784
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fünfzehntes Capitel. 77.1

wünschen daß alle Advvcalen Mohnsaft schlückten/aber nicht zu oft.

Unter allen Gesundheitsregeln scheinen keine nö-thiger als diejenigen welche auf die Leibesübungdringen. Dieses Naturgesetz ward dcmungeachtetvon ganzen Völkerschaften und Nationen ost aus-keimt, und eS ist es von vielen noch Man erzäh-let/ die Einwohner der Gegenden von Salanianca(Vetrones) seyen bey der Abkunft der Römer demSitzen »och so sehr ergeben gewesen / daß sie stcheingebildet die Römischen Offnere seyen wahnwitzigweil sie zuweilen spazirten / auch eilten sie ihnen zuHüls/ und »ahmen sie lehr höflich bey der Hand/um sie in ihre Zelter zurückzuführen. Ebcndas be-gegnete den Franzosen die auf der Insel Madagaj-car spaziren giengen. Die Türken sind grosse Lieb-haber der Ruhe / daß sie erstaunen wenn man ihnenvorschlägt zur Lust an einen Ort zu gehen, um vondemselben zurückzukommen; sie fragen- warum manfür nichts siel, bemühen sollte. La Motraye sagt in-deß - er habe keine Nation so wenigen Krankheitenausgesetzet, so gesund und zo oft über hundert Jah-re leben gesehen - wie die Türken.

Die sonst dem Menschen ost so sehr schädlichenLeidenschaften dienen vielen zur Gesundheit. Esgiebt Leute die alle Tage ihres Lebens zornig wer.den- ohne deswegen i» die geringste Krankheit zuverfallen - und die ein heftiger Zorn mehr als sie esvorher gewesen - gesund- munter, und stark macht.Ich habe in Paris einen grundgelehrten - seharfsin,