Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
786
JPEG-Download
 

fünfzehntes Capitel. 77;

gen, sobald sie ihnen ungewohnt wäre. Ein Scy-the der gefragt ward , wie doch seine Landsleute un.ter ihrem frostigen Himmel nackend gehen können,gab zur Antwort, wir sind über und über Angesicht.Die alten Völker welche mit entblösten Häupterngiengen, wußten wenig oder nichts von Schnup.pen, Brusiflüsten, Husten, Kopfweh, und Zahn-schmerzen , da wir hingegen durch eine allzusorgfäl,tige Verwahrung des Hauptes diesen Uebeln häu.fig ausgesetzet sind. Aus dieser Ursache hatderjün.gere Helmont noch in seinem hohen Aller den Kopfunter die Wasserröhre gehalten und täglich gewa-schen, auch dabey niemals etwas von Flüssen oderandern Hanptbeschwerden empfunden. Locke riethdarum den Eltern die Füsse ihrer Kinder alle Mor-gen mit kaltem Wasser zu waschen. Ich sehe auchbey uns, wie viel gutes das Waschen mit kaltemWasser nicht nur überhaupt für die Kinder wirkt,sondern auch wie leicht sich die zartesten Kinder da.ran gewöhnen.

Man gewöhnt sich auch zuweilen an die wirksam-sten äußerlichen Ursachen der Krankheiten, und auchsogar an die Krankheiten selbst. Die Negern vonGuinea haben einen sehr schlimmen Aussatz nachden Inseln Guadeloupe und Jamaica gebracht, derdie wahre Elephantiasis zu seyn scheint. Auf Gua.deloupe ist diese Krankheit ganz gewiß durch denBeyschlaf und den langen Umgang mit den Kran-ken ansteckend, sie ist auch erblich. Indeß giebt esdaselbst Weiber, die des Beyschlafs mit aussätzigen