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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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20
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Einleitung. r-

daß die weltliche Fürsten und übrige Laven allmä-lig die Augen öffnen, und zuerst sich selbst und nach-her ihrer Geistlichkeit, welche Gerechtsamen ;u ha-ben glaubt die sie nicht hat, ihren Irrthum beneh-men werden.

Die Uebermacht der Geistlichkeit hat zu allen Zei-ten , an allen Orten und in allen Religionen den Un-tergang der Staaten nach sich gezogen. Man kannnicht ohne Eckel und Unwillen bey Herodot lesen 5wie viel Unheil die egyptische Priester gestiftet, wieviele Betrügereyen sie ausgeübt; kurz, wie viel Scha-den sie ihrem Vaterland zugefügt haben. Persienund Indien sind von ihrer Geistlichkeit zugrund ge-richtet worden ; und die Priester des alten Bun-des hatten mehrmals das auserwählte Volk an denRand seines Verderbens geführt. Der ProphetIeremias giebt es in seinen Kläglichern zu erken-nen , daß der Ehrgeitz der Priester zu dem erstenVerfall von Ierusa-em den Anlaß gegeben. UndJosephus schreibt der nämlichen Ursache vie zweyteZerstörung zu. Ich selber habe es auf meinen ver-schiedenen Reisen durch Europa bemerkt, daß dieUnterthanen des Clerus allemal die Aermsten undBedrängtesten sind. Die gleiche Anmerkung hatBurnet vor mir gemacht. Indem aber die Geist-lichkeit also fortfahrt und alles an sich reisten will,kennt sie wahrlich ihren eigenen Vortheil nicht: Dennaus zweyen Dingen muß Eines erfolgen. Entwedersmuß der Staat zugrund gehen, und folglich mitdem Staat auch ihre Macht und Reichthum; wo?