Einleitung. «r
len ihnen Ansehen, aber keinen uneingeschränktenGewalt geben: Die gegenwärtigen Umstände er-heischen es. Von der Staatslehre des Machiavelsmuß also nur allein in Rücksicht auf die Sittenund Zucht des (slerus Gebrauch aemachet werden;das ist, man muß die Geistlichkeit anhalten ihrealte Lebensart wieder anzunehmen , wie sie solcheführte da sie noch an das Evangelium und die Apo-stel gedachte. Die Einführung der alten Kirchenzuchtist vor allen Dingen höchstnothwendig, davon einersolchen Verbesserung der Staat alles mögliche gutezuerwarten hat: Denn es ist fürwahr ärgerlich,wenn uns diese Leuthe den ganzen Tag mit ihremGeplauder beschwerlich fallen; Fehler von der Kanzelrügen, womit sie selber behaftet sind; uns Pflich-ten aufbürden die sie zuerst nicht erfüllen, und Sa-chen verbieten die sie stündlich thun. Auf dergleichenGeistliche kann man mit bester Fuge die Wortedes Arrians deuten, welche er feinem Epicktet B-Ul.K. 21. in Ansehung henchlerscher Pfaffen in denMund leget: „ Ihr habt noch selber nicht genug-„same Erkanntniß von den Geboten der Weisheit,„und wollt sie über andere ausschütten; einem ver-dorbenen Magen gleich, der seine unverdauten„Speisen wieder auswirft. Verdaut sie einmal sel-ber : Laßt sie in euer eignes Wesen sich verwan-deln, und macht, daß sie bey euch zum ersten ein„besseres Leben wirken. Der Schmied sagt ja„nicht : Höret, lieben Leuthe, wie schön ich von„meiner Kunst reden kann; sondern er miethet eine