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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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24
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Erstes Capitel.

vsm dem Papste und dem geistliche« Rechte.

Mteine Absicht ist nicht, die rechtmäßige Gewaltdes Papstes zu bestreiten, oder das Ansehen derjeni-gen Geistlichen Rechte zu schmälern, die in der Ge,rechtigkeit und dem Geiste der Kirche gegründetsind, und die Ehre derselben zum Endzwecke haben»

Ich bin ein Catholick; also will ich nichts wederschreiben noch rathen was einem Catholicken unan-ständig ist. Gleichwie wir aber durch die Geschich-ten belehret werden, daß der Clerus in allen Reli-gionen, allenthalben und zu allen Zeiten, sich nachund nach ein grösseres Ansehen angemaaßt als ihmvon Anfang die Nationen ertheilt haben; so wirdgleichfalls durch die Erfahrung bestätigt, daß unsrePäpste und die gesamte Geistlichkeit in allen Stuckeneine grössere Gewalt an sich gerissen haben als ihnendas Evangelium, der Geist der Kirche, und dasallgemeine Wohl der Staaten vergönnen.

Von Rechtes wegen ist der Papst nur Bischofvon Rom, nnd als solcher der erste unter den christ-lichen und catholischen Bischöffen: Er ist demnachweder ein allgemeiner Bischoff und Gesetzgeber, nochoberster Richter über die ganze katholische Kirche.Die Geistliche sind, ihrer Einsetzung nach, nur dieLehrer und Prediger der übrigen Gläubigen; als