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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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26
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den: jeder Bischofs weidete stine Schaafe, auf die,der Zeitnach, und dem Orte angemessenste Art: Siezweifelten gar nicht , daß ihnen die Gewalt zu bm.den und aufzulösen abgehen sollte, welche IEsusChristus dem Hirtenamt einverleibt hatte In die-sen ersten Zeiten gab es keine dem Papst vorbehal-ten Sünden; man appellierte mehr nach Rom;der Papst ertheilte keine Ehedispenfation; vergabkeine Pfründe; er bestätigte keine Mönchsorden,und befreyte auch kein Kloster von der Unterwür-figkeit gegen seinen Bischofs: Man donnerte nichtMlt Bannstrahlen; störte die Ruhe des Privatmannsnicht; setzte keine Kömge ab, und überstürzte ganzeStauten nrchc: Kurz, m >.n erkannte den Papst nichtals erneu Monarchen: Er war nur der erste unterdenjenigen, zu welchen Christus gesagt hat: Alles,was ihr bindet, wird gebunden ; und alles, waSjhr auflöst, wird aufgelöst seyn.

Die Fürsten hingegen waren immer die wahreVater und ächte Hirten ihrer Unterthanen. Auchgab es niemals eine Religion, noch wird es ernegeben können, welche sie dieser Pflicht entledigen, oderhinwieder eines so wesentlichen Rechts berauben kann.Nur ihnen liegt es ob, für die Glückseligkeit ihrer Völ-ker besorgt zu seyn, da die ihrige und die ihrer Un-terthanen aufs engste mit einander verknüpft sind.Da nun die Religionsgeschäfte den grösten Einflußauf die Staaten haben, so müssen sie mit Vermis-sen, Einwilligung und Tbeilnahm des Landshermbehandelt, und solche Verordnungen nur mit