sonder» überhaupt alle eingegangene Verbindlichkei-ten aufzuheben, wenn der Staat oder die Bürgerdurch sie verkürzet werden: Da nun jene Schenkun-gen höchst schädlich sind, können sie nicht nur, son-dern müssen auch zernichtet werben.
Welche Himmelschreyende Ungerechtigkeit! DieGeistlichen gemessen gleich andern Bürgern alleVortheile des Staats; sie werden aller Sorgen undBemühungen der Fürsten für die allgemeine Wohl-fahrt theilhaftig ; sie haben an allen Würden undEhrensteüen des Staats Antheil: Und sie solltennicht die nämliche Bürde mit andern Bürgern tra-gen ? Nicht den nämlichen Gesetzen unterworfen seyn?Nicht ein gleiches Schicksal mit ihnen haben ? Sindsie nicht der Löwe in der Fabel? Heißt das nicht,nur einnehmen und nichts geben? Heißt dasnicht, der Welt spotten wollen? Müßten vielleichtunsere reichen A- bbte, verschwenderische Domherren,mächtige Bischöffe, vermögtiche Mönchen ihr Bre-vier, ihr Choramt, ihre Metten und Vesper, undandere dergleichen nichtswerthen Amtsverrichtun-gen deswegen unterlassen, wenn sie mit andernUnterthanen Steuren zahlen , den landesfürstlichmVerordnungen gehorsamen, und kurz in allem sichandern Bürgern gleichstellen sollten? (*) Mau muß
(*) Eine überflüssige Sorge für Deutschland! Die Hoch-gehobene, Hochwohlgebohrne, Hochwürdige, gnädigeDomherren geben sich ohnehin nicht viel mit Kirchen-gehen ab; die Tage ausgenommen, wo grosse Pcä-stnzgelder fallen, oder im Winter, um die Metten-