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Man wende mir ja nicht ein, der Aberglaubedes Pöbels in Welschland mache diesen Entwurfunmöglich. Die Erfahrung belehrt uns, daß manähnliche Verbesserungen, freylich sachte, aber ohnedie geringste Widerred oder Aufruhr des gemeinenManns, in Ländern wo der Aberglaube noch tiefereWurzeln als bey uns geschlagen hat, wirklich ein-führt. Man muß sich nur jeder Gelegenheit bedie-nen und nicht übereilen , die Geistlichen selber ge-winnen , und zu dem Ende ihre Anzahl vermindern;erst dann die Mönche, auf die Weise wie wir baldandeuten werden, wegjagen und ausreuten; guteBücher ausbreiten, und in den Schulen zu diesemEndzweck dienliche Thesen öffentlich vertheidigenlassen; die Jugend in eben diesem Geiste unterrich-ten: Vor allem aber, ich wiederhole es, diese undandere Mittel mit Vernunft gebrachen, und zudem Ende ihre Anwendung nur geschickten und wach-samen Stalltöbedienten überlassen.
Die Hauptgrundsätze aber, welche Fürsten, Staa-ten und ihre Minister beständig vor Augen haben,und die bey allen ihren Anstalten oder Befehlen ih-nen zum Leitfaden dienen müssen, sind folgende:i.) Daß die catholische Kirche weder ein Monarchi-scher noch Aristokratischer, auch kein DemokratischerStaat ist; kurz keinen geistlichen Staat in einemandern bürgerlichen oder weltlichen Staat ausma-chet; sondern daß sie lediglich eine eigens bestellteGesellschaft von Menschen sey, welche sich unter demSchutze des Landesherr» vereinigen dem Gottes-