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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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mer an Arrzahl urrd Starke täglich zunehmen.Sie lassen sich nichts ausreden, hören keine Gründean, lesen, ausser dem gewöhnlichen Kramm, dersie eben verdorben hat, keine Seite; denn alles dasWare eine Arbeit und Bemühung des Geistes, diemit ihrer, theils anerhohrnen, theils erworbnenTrägheit nicht bestehen kann. Auch die wenigenaus ihnen, welche sich noch mit dem Studiren ab-geben, und Gelehrte scheinen möchten , bemühen siesich etwa, die Wahrheit oder Falschheit dessen, wassie in ihrer Jugend eingesogen haben , zu ergründen?Mit Nichten. 'Vielmehr beeifern sie sich, solche -so wie sie sind , noch. mehr auszudehnen oder aus-zuschmücken, und neue Spitzfindigkeit und Schein-gründe zu erdenken, um sie zu erhärten. So ver-stricken sie sich vorftGich und immermehr in denLabyrinthen deL Irrthums. Dieses ist die kurzeAbschilderung desjenigen Theils unsrer Geistlichkeit,welcher noch in dem Russe von Frömmigkeit undgrundgelehrter Wissenschaft steht.

Wenn ich Nun weiter von der zweyten Classe,der ausgelassenen nämlich, und ärgerlichen Pfaffen,reden muß ; wahrlich, so schauert mir die Haut!Nein, ohne Entsetzen kann niemand an die ungeheureVerbrechen denken, die sie alle Tage begehen- Auchist es unnöthig, so vieler von ihnen getäuschtenund geschändeten Mädchen, so vieler Weiber, diesie zu schaamlosen Ehebrecherinnen gemacht; allerderer Handel die sie unter Hausgenossen ,-Verwand-ten und Freunden angerichtet, unterhalten, und un-