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dauerte fort. Die ganze Stadt schrie Rache gegenihn, maaß ihm alle Schuld des öffentlichen Elendsbey, begehrte Inftitz und Vrod Er aber tröstetesich in dem Kreis seiner geistlichen Freunde, undsagte: Auch die Heiligen, denen er in alle neg nach-zuahmen wünsche, hätten solche Verfolgungen undDrangsalen ausgestanden; er wollte darum die Ver-wünschungen seines Volks eben geduldig leiden, unddie Sache Gott empfehlen. Inzwischen wurdennichts desto minder drey von denen welche den größ-ten Lermen machten, ihrer zahlreichen Haushaltungungeachtet, ohne Barmherzigkeit aufgehangen, Undda einer von ihnen vor seinem Ende nicht beichtenwollte, und Gott zum Zeugen des Unrechts anrüstewelches er dulden mußte, so brachte unser Ministerdie Nacht vor der Hinrichtung mit Wachen und Be-ten zu, daß doch der Himmel sich des unbußfertigenBösewichts erbarmen möchte!
So, mein Leser! wurde dieser von Priestern undPfaffen geschnitzelte christliche Hofrath der Schand-fleck und die Geisel eines ganzen Landes, welchesum seinetwillen lange unter dem größten Elendschmachtete. — Und so ungefehr sind auch alle an-dern Christen beschaffen die sich in Absicht auf ih-ren Glauben mit unumschränktem Zutrauen auf ihregeistliche Führer verlass.». Die Bemerkung ist rich-tig, und ein jeder kann solche machen: Daß dieje-nigen , welche das Volk als Lichter der Frömmig-keit liebt und verehrt , meist in folgenden Eigen,schaften eine brüderliche Aehnlichkeit behaupten: