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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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125
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unsre preißwürdige Voreltern zu werfen, die, einzigvermittelst der Anstalten einer klugen Regierung,in dem glückseligsten Uebersiusse lebten, an allem was >die Menschen gewöhnlich am meisten wünschen, '

an Baarschaft, an Feld und Händen die solchesdaueren; und sich darum so zahlreich vermehrten, I

daß die nämlichen Provinzen die wir itzt bewohnen !

mehr Städte bevölkerten als gegenwärtig Dörfersind, und mehr Colonien ihrer Bürger in verfchie-dene Welttheile ausschicken konnten, als itzt der Kir- ^chenstaat Haushaltungen nährt. Alsdann geruhen !E. Heiligkeit Ihr Aug auf den gegenwärtigen Zu. !stand Ihrer getreuen Unterthanen zu werfen! Sie ^werden das Land entvölkert, die Felder, aus Man-gel von arbeitenden Händen wüst und öde, undden Ackermann durch die Pressungen Ihrer Staats,bedienten und andrer grossen Herren in das äussersteElend versunken sehen. Sie werden bald wahrneh,men, wie Künste und Manufacturen, denen der !nöthige Schutz und kluge Anstalten fehlen, in ganz-lichen Verfall gerathen sind; und kurz, Sie werdeneine Heerde Menschen antreffen, ehemals das,mische Volk genannt, itzt aber auf wenige tau-send armselige Müßiggänger herabgewürdiget, diesich aus Furcht und Unvermögen der Verzweiflung ^überlassen. Da, wo ehemals Reichthum, Prachtund Ueberfluß herrschten, werden Sie Armuth,Mangel und Elend finden; und da, wo einst allesin froher Blüthe stuhnd, eine todte erstarrte ^Natur. !