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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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128
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feine Schätze zu äuffnen, giebt itzund, da seine An-hänger in der Ferne von Tag zu Tag abnehmen,selber den untrüglichsten Beweis hievon ab. Denn,I durch den Abfall seiner ausländischen Unterthanen,

^ und wegen der Armuth und Noth der innlandi-

schen, steht er steh in der betrübten Lage, daß ei-nige von seinen Gläubigern ihn bis aufs Blut pla-gen, und alle ihn gering schätzen.

Also bleibt Ihnen, Heiligster Vater! wol keinebessere Parthey für Sie und den Kirchenstaat übrig,als vor allem aus zu trachten, Ihr getreues Volkin glücklichere Umstände zu versetzen; und um diesenEndzweck sicyer zu erreichen, ist nöthig, derjenigensogenannten Politick für ein und allemal Abscheidzu geben, die Ihre Vorfahren zu einer Zeit mit! Nutzen gebraucht haben, als noch der größte Theil! ihrer zinsbaren Knechte Unterthanen fremder Für-i sten waren; denn änderst läuft der R. Stuhl Ge-^ fahr, auch das Herz derjenigen von feinen Kindern^ zu verlieren, die ihm bisher allein treu gebliebensind: Jene verworfne Politick meynen Wir, diei den ehrlosen Stand als den fteligsten unter derl Sonne preißt; die den Reichthum, das Ansehen,alle weltliche Vortheile und die Zahl der Geistlich-keit so hoch bringen möchte als möglich; die mitinnerer Seelenlnst sich mit nichts lieber beschäftigt,als mir der Kunst, das Vermögen der ganzen übri-gen Welt in die Beutel einiger weniger Familienzuschieben, oder an prächtige Altäre, an colossa-lifche Kirchen und weitschichtige Klöster zu hängen;