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nöthig ist, aufzumuntern? Und hingegen dem ehr-losen Stand gewisse ansteckende Reitze zu benehmen,und ihn der nahmhaftesten bürgerlichen Vortheile zuberauben? Unsre Vorfahren, die Bürger des altenRoms , thaten dieß ; die Ehre eines Vaters zahlrei-cher Kinder galt bey ihnen über alles. Sie gabenihm den Vorsitz im Schauspiel und in den Versamm-lungen, befteyten ihn von mancher bürgerlichen Be-schwerde ; und er hatte allemal eine vorzüglicheAnsprache auf die Bedienungen des Staats. Denehrlosen Mann hingegen verachteten sie nicht nur;sie straften ihn; er mußte es an Rang, Würden,an Erbschaften entgelten, daß er den Geist derRe-publrck verschmähet hatte. — Was hindert nun denBeherrscher der Nachkömmlinge dieses treflichenVolkes, ein gleiches zu thun?
Sehen wir nicht die protestantische Lander, woMüßiggänger und Taugenichte ihre Schande mitkeinem Ordenskleid decken können, von fleißigen undgemeinnützigen Bürgern wimmeln? Uebecall findenwir da reine untadelhafte Sitten; Ueberfluß anGeld und sonst an allem, ungeachtet der natürlichenArmuth und Unfruchtbarkeit so mancher Gegend.Woher aber diese allgemeine Glückseligkeit andersals von den mehrern Ehen und mindern Pfrün-den , oder mit Einem W rt von der stärker» Bevöl-kerung? Diese zwingt einen jeden, mit eignen Hän-den sein Brod zu erwerben; da lregt ein jeder sei-nem Beruff und seinem Gewinnste ob; niemandhat Zeit, ungestümmen Leidenschaften Gehör zu U»