Ä4O »N' ^ »W«
der Gewaltthätigkeit und Raubsucht Ihrer Statt-halter ; vor der Ausgelassenheit, dem Ehr- und Geld-geitz Ihrer Anverwandten; vor der VerschwendungIhres Clerus; vor den Cabbalen, Lumpenstreicheilund der Insolenz der Sachwalter. Lehren Sieüberhaupt die Grossen ihre Begierden mässigen, ih.ren Besitzungen Schranken setzen, und ihr Ansehenweniger mißbrauchen. Machen Sie dagegen dasVolk minder abhängig von den Mächtigen undReichen: Schaffen Sie die Primogenituren undMajorate ab; zerstächen Sie die Lehen; verbietenSie die Fideicomisse, welche lauter ergiebige Quel-len von Trölhandeln, Fallen der Gläubiger, undverderbliche Stützen nichtöwürdiger Müßiggängersind. Bedenken Sie, daß um die Dauer einesStaats zu versichern, nichts nöthiger sey, als seineAeusserfte auf jede mögliche Weise einander näherzu bringen- Uebermässrger Reichthum und äussersteArmuth aber sind solche Extreme. Die Besitzer deserstem möchten beständig das Gemeine Beßte be-herrschen , oder vielmehr erdrücken ; da hinwiederder dürftige Bruder ihr Schmeichler und Sklaveist. Erstre ziehen alles an sich, und geben demStaate nichts zurück; letztre, in ihrem nackten Elend,können ihm nichts geben ausser dem Schweiß derihnen von Hand und Stirne träufelt. Jene er-kaufen die öffentliche Freyheit, und diese verkaufensie. Aber über kurz oder lang muß die unverschämteHabsucht und stolze Nichtswürdigkeit solcher Ma-tadors , Haß und Neid und Verzweiflung in dem