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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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wecken, und zur Usurpation und UnterdrückungAnlaß geben. In der Monarchie dagegen verhältes sich gerade umgekehrt. Daselbst ist der Adel dieeigentliche Stütze des Staats; und alles was dazudient, demselben eine ftäte Dauer zu versichern,oder ihn sonst ansehnlicher und reicher zu machen ,ist allemal gut und gemeinnützig. Nur müssen denEdelteuthen alle Mittel benommen werden, dieSchwachen zu unterdrücken und Präpotenz zu ge-brauchen. Also können Substitutionen, Primoge-nituren, allerhand Bcfreyungen der adelichen Güteru. s f. ohne Nachtheil der Gesellschaft in monar.chischen Staaten Platz haben; und soll vielmehrdenselben alles daran gelegen seyn, daß ihr Adelblühend und mächtig bleibe.

In Freystaaten ist es ferner zuträglich, daß dieWeiber beständig unter der Vormundschaft bleiben,und von ihren Vögten nicht nur geschützt, bera-then und geleitet, sondern auch regiert und mSchranken gehalten werden. In Monarchien nichtalso, wo Jugend und reine Sitten niemals einerepublikanische Strenge behaupten können. Da-rum lebten auch die römischen Frauen nur so langeunter der Tutel als die Republick aufrecht bestuhnd:Schon unter dem August entzog sich derfelben einejede, welche dem Staat drey Kinder gebohrenhatte. Und so verhalt es sich noch in hundertFällen, die wir eben nicht anzuführen brauchen.

Eine gleiche Bewandtnifi, wie mit den bürgerli-chen Gesetzen, hat es auch mit dem Criminalrecl-t: