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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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166
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wird er z. B- für ein warmes Clima, welches dieMenschen zur Geilheit und dem Müssiggange reitzr,jede Arbeit wie die Pest fliehen, und dagegen zuRänken, der einzigen Anstrengung niedriger See-len, aufgelegt macht , dadurch aufs beßte sorgen,wenn er die Bequemlichkeiten des Lebens zum Preistedes Fleisses im Ackerbau, in Künsten und Gewer-ben macht, und die Heurathen erleichtert; wenn erdie Erbrechte, das Recht zu testiren, seine liegendenGründe zu veräussern u. s. s allemal zu Gunstenderjenigen einrichtet, welche den schädlichen Em,fiuß des Himmels unter welchem sie wohnen, nachMöglichkeit zu überwinden trachten. Feige Mem-men dagegen, Trunkenbolde, Hurenjager u. dgl.wird er in vorgedachteu Cimlackten zu hemmen,und ihnen, kurz, die schätzbarsten Vortheile der Ge-sellschaft zu erschweren suchen. Das nämlichegilt von den Criminalgesetzen, welche je nach derMenge sowohl als der.Intensität derjenigen Laster,welche unter einem Himmelsstriche gewöhnlich sind,zahlreich und strenge seyn müssen.

Richtet hingegen ein von dem Clima genährtesGebrechen unter einem Volke wenig Schaden an?so muß das Gesetz seinethalben duldsam und scho-nend seyn , und sich nicht in jedem unbedeutendenFall mit der Strenge eines Despoten bewaffnen.Wenn z. B. die nordische Völker sich gerne berau,schm, so ist dieses ein Fehler ihres Himmelstrichsder in den Cörpern viele Feuchtigkeit zeuget, tuenur durch hitzige Getränke getilgt, und dadurch