Band 
1840, Juli-Dezember.
Entstehung
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375
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tnm Orntmm, Oocretulium OrkForii IX-, eineBibelconcordanz, welcher ein interessanter Briefvon S ebastian Brant an Geiler vonKaisersberg angehängt lst, dann FlaviusJosephus in Rnffins Übersetzung, mehrereWerke von Glarean, wie cke 8itn Helvetiue, cle<^uutuor P3FI8, pro koeckere belvetico u. s. f.Auch hatte Erasmus Froben zur Ausgabeseiner Werke erwählt. Froben's Officinwurde der Correctheit und Eleganz der ausihr hervorgehenden Werke wegen unter dievorzüglichsten Deutschlands gezählt und oftmit jener des Aldus in Italien und derSte -phan in Frankreich verglichen. Frobenwar eben im Begriff, die griechischen Kirchen-väter herauszugeben, als ihn im Jahr 1527der Tod überraschte. Sein Freund Erasmussetzte ihm eine dreifache Grabschrift in hebräi-scher, griechischer und lateinischer Sprache.Auch nach Frobens Tod unterstützte Erasmusdie Officin, die an den Sohn Hieronymus,der eben zur Zeit, als Basel in eidgenössischenVerband trat, geboren wurde, mit Arbeitenund Correcturen. Vereint mit dem Sohnepflanzte auch Frobens Tochtermann, Episco -pius, die väterliche Wirksamkeit mit demRuhme fort.

Im Jahr 1496 hatte Froben, der Vater,den Johann Peter von Langendorf,den er seiner Tugenden und Kenntnisse wegenhoch schätzte, zum Gehülfen angenommen.Längere Zeit hatten sie zusammen gearbeitet.Vom Todesjahr Peter's 1512 an erscheint aberder Druckerstock Petri, des Adam, Seba-stian und Heinrich besonders. Die petrini-sche Officin ging dann der froben sehenzur Seite und aus ihr ging auch eine Mengetrefflicher Leistungen hervor, wovon wir nuranführen wollen: ^u§u8tini cke Oivitateckei, Johann Tauler's Predigten, OperaOnclnntü et QÜFentü, das ObronieonLu8ebii, die alten 8criptore8 rei Framma-ticae, OriAinnm ae Aerinanicaruin antihuita-tum libri, Oomnograpliia 8eba8tiani iVIun-8teri.

Den Froben und Petri gesellte sich nachei-fernd Herwagen bei mit seinem Symbolumder dreiköpfigen Mercursäule, der in sich ver-schlungenen Doppelhand in den Wolken unddem auf Hammerschlag funkensprühenden Fel-sen gegenüber. Herwagen hat sich als einer derersten Sammler der deutschen Geschichtschrei-ber einen Namen gemacht. Im Jahr 1531 gaber kroeopü Oa68arien8i8 lls rel»i8 Ootborum,Uerkmi'iim ae Vandalorum libr. VII mit andernGeschichten des Mittelalters heraus; 1532 ka-men aus seiner Presse: VLitlikincki 8Lxom8

rerum ab Henrieo et Ottone I. Imperatori-I>U8 A68tarnm Iil>. III mit andern seltenen, bis-her unbekannten Historikern von Deutschlandund Franken heraus. Aus der Zuschrift er-giebt sich, daß er es sich zur Aufgabe gemacht,nebst den Werken des Livius, Seneca,Florus, Volateran, Blondus, denProcopius und andere, die von den Ein-fällen der Gothen geschrieben, herauszugeben.Eins seiner letzten Werke waren die sehr ge-schätzten Opera Ueclue Venerabilm kre8b^teri^NAI08AX0M8 in 8 Th. Folio 1563. Im fol-genden Jahr starb der berühmte Buchdrucker,dessen Plutarch und Demosthenes auchsehr gelobt worden.

Als einer der vorzüglichsten BuchdruckerVasel's muß noch erwähnt werden JohannOPorin (Herbster), welcher vonErasmusund Glarean gute Anleitung in den Wissen-schaften erhalten hatte. Oporin druckte erstmit Niklaus Brylinger, nachher mitRobert Winter in Gesellschaft correct undschön. Ihm folgten Andreas Cratander,Thomas Wolf, Johann Wälder, Va-lentin Curio, Johann Bebel, Bar-tholo me Westhemer, Michael I sen-grin, JakobParcus, EusebEpisco-pius u. a. Mehrere dieser letzten halfen dieSchriften der Reformatoren an's Licht fördern,vorzüglich Cratander, bei welchem Oeco-lampadius wohnte, und Valentin Cu-rio, derLuthers Schriften bekannt machte.Wissendranger von Zürich, der an derhohen Schule zu Wien sich gebildet, dienteals Corrector.

Frühe schon erwarben sich die BaslerBuchdrucker für ihre Auflagen Privilegien vonKaisern und Königen, und besonders verdientnoch bemerkt zu werden, daß Kaiser Mar i-milian I. einen eigenen Generalsuperinten-denten und Censor über die Buchdruckerkuustim ganzen Reich gesetzt hatte, welcher eigent-lich zum Schutz der Sache den werthvoll erach-teten Ausgaben das kaiserliche Privilegium er-theilte. Ein solches findet man in der Aus-gabe der Reden des gelehrten straßburger Pre-digers Geiler von Kaisers berg ausS ch afhau sen, welche Johann Grünin-g er im Jahr 1515 zu Straßburg gedruckt hatte.Darin wird genannt: Mcolnm Oeräer, 3.0.Ooctor, per iinperiiim komunum nrti8 iinprcs-8orine Oen8or et 8nperutten<1en8 generalis.

(Beschlußfolgt.)

^ Aus Schleswig-Holstein.

(Beschluß.)

Die Theilung der öffentlichen Schuld zwi-schen Dänemark und den Herzogthümern ei-nerseits und Norwegen andererseits ist so insWerk gerichtet, daß Norwegen mitnehmensollte 211 Mill., aber nur mitgenommen har— 104 Mill.

Durch die Befreiung der dänischen Land-besitzer von s. ihrer Bankhaften sind die Her-zogthümer sehr Lenachtheiligt, es trat eine ein-seitige Erhöhung ihres bisherigen Steuerver-hältnisses ein von 50 Procent. In den nachNorwegens Abgang übrig gebliebenen 60 Mill.Banklasten sind für die Finanzen 20 Mill. ent-halten, aber 23 Mill. wurden ihnen dafürdurch Kompensation in den Grundsteuern wie-der zurückgeschrieben. Aus den ursprünglichen34 für Dänemark und 26 für die Herzogthümergingen ferner hervor 34 --- für Dänemark;26 Mill. blieben für die Herzogthümer.

Gleichfalls ist die Verwandlung der Reichs-bank in eine (dänische) Nationalbank den Fi-nanzen und den Herzogthümern sehr nachthei-lig gewesen. Aus den Bankhaften der Her-zogthümer participirtSchleswig-Holstein nur

mit l.i Mill. an die Nationalbank und ib-ren Vortheilen, die dänische Nation dagegenparticipirt statt früher bei 19 Mill. mit 57^Procent, jetzt Lei circa 7 Mill. mit 87^ Pro-cent. Wären die Vortheile der Bank denFinanzen geblieben — also die Reichsbank —so würden innerhalb der Zeit, für welche dieBank auf den alleinigen Gewinn der Zettel-circulation octroirt ist (bis 1908), sämmtlicheStaatsschulden (mit Ablauf des 65. Jahres127,936,000 Rbthlr.), ohne einen Heller zur Ca-pitalabzahlung von den Unterthanen zu erhe-ben, getilgt sein.

Die Errichtung des Bankinstitutes wirdfür die Interessenten desselben als sehr nach-teilig geschildert. „Nicht nur, daß Jederseine Quote abträgt, er muß auch zur Deckungder Cassendesecte der Beamten und der Restan-ten der Mitpflichtigen mit contribniren." Ueberden Bankhaftscapitalabtrag des Rückstandesder augustenburgischcn und oldenburgischenGüter variirten die Angaben zwischen 301,797Rbthlr. 91 Sch. und 247,382 Rbthlr. 78 Sch.Der Bericht nimmt die niedrigste Summe an,wovon die jährlichen Bankzinsen 14,843 Rbthlr.betragen. Die Frage, ob die andern Grund-besitzer des Landes die Banksteuern für diesemittragen sollen, ist bisher unentschieden ge-blieben. Die Interessenten des Bankinstitutsmüßten deshalb aber an dem. was sie noch an