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koursnis ts, carrl«i'6,i8oIell des 4tLts!
Verse la luinleresur lous los elimats!ko^er 6' oü vient luirstont noble xenser,toi, gul sus detruire,tu suuras crver! "
„ Hoffnung aller Welten,
Fernster Tage Glanz,
Preß im lichterhelltenGold'nen Strahlenkranz,
Schnöden Zwanges KettenBrach durch dich das Wort,
Freiheit kühn zu retten:
Bleib du stets ihr Hort!
Leucht' in ew'ger Wahrheit,
Wie am HimmelszeltGoldner Sterne KlarheitUeber alle Welt!
Lichtborn, draus entstandenFreiheit kühn und mild,
Sei du allen LandenIhr getreuster Schild!"
Was ist nun die Leistung, mit welcher dieKunst dem Mann der Geschichte ihre Huldi-gung brachte? Die Idee, sowie ihre Dar-stellung im Ganzen ist eines Meisters wie Da-vid würdig. Das Piedestal von Stein, in rich-tigem Verhältniß zur Figur wird auf seinenvier Seiten vier auf Wirkung und Verehrungder Presse bezügliche Basreliefs bekommen, dienoch nicht vollendet und daher einstweilen blosmit Farbenumrissen angedeutet sind. Diese ver-rathen übrigens zur Genüge die Manier desMeisters vom Frontispiz des pariser Pan-theon. Es ist in dem modernen Stil, den dieFranzosen so den classischen nennen möchten,wenn es keine Revolution gegeben hätte. Gu-tenberg selbst ist sehr drastisch und wirklich mitGlück in dem Momente dargestellt, wo er daserste Blatt aus der Presse genommen hat, diezu seiner Linken steht, und von dem Zauberdes neuen Werkes gefesselt, ernsten Sinnes,den Blick aus diese Zeilen geheftet, sie der Weltunter die Augen hält, daß sie lese und verstehe:et la lumiöre tut. Wir lesen die französischePhrase in goldenen Lettern auf dem uns vor-gehaltenen Blatte und lächeln. Der deutscheGutenberg muß den Franzosen natürlich einefranzösische Phrase drucken. Ich wollte mirsgefallen lassen, wenn das erste Capitel der Ge-nesis, mit deren Druck Gutenberg die Jnitienseiner Erfindung beging, bis zu dem inhalts-vollen Schöpsungsworte aus dem Bibelbuch er-schiene, dann würde dieses große Wort wederso abgerissen noch so graciös dastehen. — DieStirne Gutenbergs ist tief wie mit dem flan-drischen Pfluge gefurcht, das Angesicht decktder Ernst des Gedankens an all die ungeheuren
Wirkungen dieser That und dieses Moments.Ich weiß, wie schlecht sich Thorwaldsens Gu-tenberg ausnimmt, der so hölzern und trocken,so lahm und nichtsbesagend auf seinem Postensteht. Aber ich weiß nicht, ob es erlaubt ist,dem Mann der Technik, des Gewerbes undHandwerks Gedankenbezüge auf die Stirne zudrucken, welche ihm fremd sein mußten. Andie Freude über den glücklichen Fund durftensich allerdings nicht blos die Interessen materi-ellen Gewinnes knüpfen, sondern eine dunkleAhnung mochte das Licht des Geistes seine Re-flere auf Stirn und Antlitz werfen lassen, —>nur nicht gar zu geistreich, Herr David, nurnicht gar zu ideal unsern guten deutschen Henne,der sich eben auch betrügen ließ wie sein Bru-der Michel... .
Entschieden unschön ist es, daß das linkeBein, so lang und dünn als es ist, aus dem zu-rückgeschlagenen Mantel sich vorstreckt, damitja alle Welt das Spindelbein und den Schna-belschuh bestaunen kann. Dadurch verliert dieuntere Hälfte der Figur alle Haltung und alleFestigkeit, diese dünnen Schenkel und Wadenschlottern ein recht französisches pas zu demErnst der Stirne, deren Gedanken in die Zu-kunft starren sollen. So fehlt der Figur dasGewicht, der Aplomb und zwischen der obernund untern Hälfte ersteht eine störende Dishar-monie. Auch ist das Ganze so leger, so schnell-fertig und sudelig gearbeitet, es fehlt die Fülle,die Rundung, welche das Auge künstlerischsättigt und nicht blos geistreich pikirt. Allesganz französisch. Den Moment wissen sie her-auszugreifen, Handlung, Leben, Bewegungwissen sie herauszukehren, aber die Ruhe zuallseitiger Durchdringung und Vollendung fehltdiesen unsteten, flüchtig bewegten Geistern, de-nen der feste Schritt und Tritt des gewiegtenDeutschen ewig etwas Fremdes ist.
Auch die nächtliche Beleuchtung mit benga-lischem Feuer stellt die Verhältnisse nicht gün-stiger heraus. Ohne es mißlungen nennen zudürfen, gehen wir doch von unserm Lands-mann auf dem künftigen Gutenbergsplatze un-befriedigt fort. Unserm lieben Vetter hat derFranzose, dessen hervorragendes Talent übri-gens , wie gesagt, diese geniale Conceptionselber verbürgt, doch ein Bischen zu viel insHandwerk gepfuscht.
Und das ist, glaub' ich, die Summe derEmpfindungen, die mir in diesen Tagen derWallfahrt zum Gutenbergsfeste das störendeGeleite gaben. Das Jahr der Gnade 1840 ge-hört den Handwerks - und Gewerbsleuten, ih-rem materiellen Wohlstand, der technischenVollendung ihrer Druckwerke — darein hätte
von der ideellen Seite nicht gepfuscht werdensollen. Entweder recht und ganz oder garnicht. Was haben wir denn bis jetzt von die-ser That der Presse Gutenbergs? Alle Schränkevoll Bücher, an denen wir uns krank und blindzu lesen haben, um ein gutes Eramen zu ma-chen. So lang in dieser Bücherwelt unser Da-sein aufgeht, dürfen wir unseres Lebens nichtfroh werden. Wir haben unsere Lection nochnicht gelernt, wir müssen in der Schule blei-ben und dürfen den Bücher-Sack noch nichtin die erste beste Ecke werfen, um lustig undwohlgemuth im schönen Sommerfeiertag unszu tummeln. — Wir dürfen noch nicht denkenund danken, was wir durch Gutenberg ge-worden sind, was wir ohne ihn wären, solange wir fürchten müssen, was wir durch ihnnoch nicht geworden sind, was wir mit ihmnoch zu werden haben.
Die Ironie umzieht unsern Mund unwill-kürlich, wenn wir von dem großen Guten-bergsfeste zu reden haben. Die Straßburgerahnten es wohl, es ging ihnen bei unsrer Be-gegnung wie den römischen Augurn. Drum ha-ben sie, resolut wie sie sind, sich frischweg darangemacht und nachdem sie das bengalische Feuerverpufft, im Lichte des andern Tages ihr Festerst von der rechten Seite beleuchten wollen.
Den zweiten Tag des Buchdruckerfestessollte ein großer Jndustriezug verherrlichen, zudem denn nun auch erst recht die Menge jubelndherbeiströmt. ,,Am Donnerstag werde es schö-ner sein," hatte ich schon vor meiner Ankunftmir sagen lassen. Warum? Weil da ein Straß-burger Kunst-Müller eine Summe von 10,000Franken —> wie er fest überzeugt war, nichtumsonst — aufwendete, um an diesem Tageauf vier Rädern eine kleine Kunst-Mühle her-umzuführen und dem staunenden Volke so eapassant das Mehl zu den Broden zu liefern,welches der darauf folgende Bäcker aus seinemambulanten Ofen frischweg ihnen in den Mundfliegen ließ. Nicht wahr, panem et Oircenses!Im Jahr 1940 wird auf denselben 4 Rädern derSaame gesäet werden, aufgehen, dann geern-tet, gemahlen und gebacken werden, ehe derZug vom Parade-Platz den Gutenbergs-Platzerreicht haben wird ....
Und dann Heil unsern Enkeln, wenn siejedes Jahr dem Fortschritte der Zeit gemäßein halbes Dutzend Denkmals-Enthüllungsfestefeiern, um doch etwas zur Unterhaltung fürdie langen Sommertage und Mitternächte zuhaben. Wir wollen ihnen schon erzählen, wievergnügt wir dabei waren, wie da der Cham-pagner gesprudelt habe, wie wir durch die neuegeschichtliche Zeitrechnung nach dem Schillers-