Band 
1840, Juli-Dezember.
Entstehung
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458
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len, daß dieselben Consistenz und subjective Einheitgewinnen müssen, so wollen wir damit durchaus we-der Entfremdung noch Opposition gegen die allgemei-nen vaterländischen Geistesrichtungen und Interessengemeint wissen, wir empfehlen nicht das Haschen nacheinseitiger Originalität, nicht ein selbstgenügsamesAbschließen und Verschanzen hinter gefährlichen Ei-gendünkel — nein, der Zweck eines ei nmüt he-gen, bewußten Ringens ist eben der, Schlesien nichtzu einem abgestorbenen, gelähmten Gliede des ganzenKörpers werden zu lassen, sondern es fähig zu ma-chen, von dem regen, feurigen Pulsschlage deut-schen Wesens und deutscher Nationalitätvollkommen durchdrungen und belebt zu werden. Wirwollen nicht Vorkämpfer sein, aber auch nicht alslangsamer schwerfälliger Troß hinterdrein ziehn aufder großen Straße universeller Entwickelung — indie Reihen selbst wollen wir unsere Fahne tragen,daß Deutschland sie erkenne und zu den Seinen zähleund sie in Ehren halte nach Verdienst und Recht! —Johannes Rudolphi.

E Berlin. — Der König hat mit der A m -nestle für politische Vergehen nicht bis zurHuldigung warten wollen. Ganz im Stillen ist dieseMaßregel von ihm beschlossen worden, und ohne alles

Aussehen wird sie in diesem Augenblick bereits inAusführung gebracht. Auch nimmt der König denRuhm derselben nicht für sich selbst in Anspruch: nurals Vollsührer der Intentionen seines Vaters stellt ersich dar, auf die testamentarischen Worte des Ver-ewigten sich berufend, durch die allen denen, welchedessen Person und königliche Autorität jemals ge-kränkt, Vergebung dargeboten wird. In weitesterAuslegung dieser Worte erstreckt die Amnestie sichaus alle Vergehen des Hochverraths, des Landesver-raths, der Majestätsbeleidigung, der Theilnahme anunerlaubten Verbindungen und der Aufregung gegendie Regierung und ihre Behörden. Schon sind nachallen Seiten hin die Befehle abgegangen, alle indiese Kategorien gehörende Gefangene sogleich ihrerHaft zu entlassen. Aber damit ist es noch nicht ab-gethan. Auch alle Proceßkosten, zu denen dieselbenverurtheilt waren, sei es einzeln oder solidarisch, sindniedergeschlagen, so weit solche nicht bis dahin einge-zogen worden. Und um der schönen Handlung dieKrone aufzusetzen, so ist endlich Allen, ohne Unter-schied, so schwer auch ihr Vergehen gewesen, unbe-dingte Anstellungsfähigkeit im preußischen Staatewiedergegeben. Diejenigen aber, welche sich nachdem Auslande geflüchtet haben, können die königlicheGnade anrufen, wenn sie binnen sechs Monaten inj ihr Vaterland zurückgekehrt sind. Daß sie kein Fehl-

gesuch thun werden, insofern nicht etwa noch einanderes, niedriges Verbrechen, außer ihrer politischenVerirrung, von ihnen begangen war, ist wohl un-zweifelhaft. Die Bedingung, daß sie von einemVerbrechen anderer Art frei sind, ist ihnen in der be-treffenden Verordnung angedeutet. Wer also vonsolcher Schuld nicht gedrückt ist, kann aus der Stellenach Preußen zurückkehren und hat keine gerichtlicheVerfolgung oder Verhaftung zu befürchten, wenn erinnerhalb der sechs Monate ein Gnadengesuch ein-reicht. Ueber die in Fällen von Verbrechen gegenPersonen und Eigenthum zu gewährende Strafmilde-rung oder vollständige Begnadigung wird erst noch be-rathschlagt werden, da hier eine so unbedingte Am-nestie nicht überall mit der öffentlichen Sicherheit ver-einbar sein würde. Wie verlautet, soll dieser zweiteGnaden-Act, der verschiedene Abstufungen in sichschließen wird, bei der Huldigung in Königsberg ver-kündigt werden, und man wird dies gewiß als einenhochherzigen Entschluß des Königs ehren, daß er jeneerste Classe von Vergehen durchaus von der anderenhat trennen wollen. Die Verzeihung wird durch dieArt, wie sie sich giebt, ein bittres oder süßes Geschenk.Heil dem, der, indem er verzeiht, die Menschen-würde anerkennt und das gebeugte Gemüth nicht nochmehr demüthigt, sondern emporhebt.

Säcular-Schriften -er Buch-rrrckerkrrnst.

Im Verlage des Unterzeichneten sind erschienen und in allen Buchhandlungenzu haben:

Geschichte

der

Duchdruckerkunst

in ihrer

Entstehung und Ausbildung

von

Vr. Karl Falkensteirr,

Königl. Süchs. Hosrathe und Lberbibliothckar, Mitglied des Königl. Sachs. Censur-Collegiums und des Direktoriums des statistischen Vereins für das KönigreichSachsen u. s. w.

Ein Denkmal

zur vierten Säcularkeier

der Erfindung der Typographie.

Mit einer Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltenstenHolztafcldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen undProben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit.

66.^ Bogen in hoch 4. cartonnirt.

Preis 8 Thlr.

Vorstehendes Werk verdient gewiß die Aufmerksamkeit jedes für Kunst undWissenschaft sich Jnteressirenden im höchsten Grade, indem sowohl der berühmteHerr Vrf. die Resultate der gründlichsten Forschungen über die vorgutenbergischcnVersuche, über den Gang der Erfindung, ihre Verbreitung und Fortbildung inund außerhalb Deutschlands, ihren gegenwärtigen Standpunkt darin niedergelegt,als auch der Verleger keine Kosten und Mühe gescheut hat, um durch Facsimiles,namentlich der vorgutenbergischen xylographischen Versuche, der ersten wirklichen

Druckwerke, der neuesten Prachtdrucke, sowie durch ein Tableau der Typen derentferntesten Völker der alten und neuen Welt die Darstellung auch dem Auge zuveranschaulichen. Es ist daher ebenso für den Belehrung Suchenden ein unent-behrliches Hülfsmittel, wie es als ein Pracht - und Nationalwerk zu einem werth-vollen Geschenke bei jeder Gelegenheit in vollstem Maße sich eignet. Jedermannwird den Preis des Werkes nur billig finden.

D i e

vierte Säeular-Feier

der

Erfindung Gutenbergs

in

Dresden und Leipzig.

Ein GedmkLuch für Gegenwart und Zukunft.

Herausgegeben

von

Pros Ludwig Flathe.

Mit einer getreuen Abbildung des Gutenbergs-Monuments in Mainz und einigenwerthvollen xylographischen Beilagen.

gr. 8. broschirt Preis 12 Gr.

Diese Darstellung bietet nicht nur Jedem, welcher an der Säeular - Feiereinen freudigen Antheil nahm, eine frische Erinnerung, sondern hat durch dieEntwickelung der geistigen Bedeutung des Festes, so wie durch die vollständigeoder auszugsweise Mittheilung aller nur einigermaßen bedeutenden geistigen Pro-ducte in Poesie und Prosa, welche die Feier in Dresden und Leipzig hervorrief(unter andern eine treue deutsche Uebersetzung d. v. Hrn. Comth. Pros. vr.Hermann gehaltenen latein. Rede) einen bleibenden Werth. Die Verlagshand-lung hat zugleich durch die äußere Ausstattung, so wie durch die Beigabe meh-rerer xylographischen Facsimiles gesorgt, daß das Werk durch Schönheit der er-hebenden Feier würvig erscheine. Leipzig, im August 1840.

B. G. Teubner.