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seren Rebgütern her? ob es nicht auch für dieWeingegenden im Ganzen besser wäre, wennsie bei der Weincultur auch noch Kornbau,Viehzucht, Hopfenpflanzungen hatten, lauterDinge, wo die Fehljahre eben so selten sind,als bei dem Weinbau die Jahre des Gera-thens. Nicht umsonst sei in solchen Gegendenviel mehr Wohlstand und Zufriedenheit, alsda, wo man nur Wein baut. Das sind Allesrecht gute Gründe, aber das Bequemste ist haltdoch die Biersteuer und 10 gegen 1 ist zu wet-ten, daß sie ausgeschrieben wird, denn wennEiner dagegen spricht, so heißt es gleich: „Dubist des Volkes Freund nicht!" und das hörtNiemand gerne, besonders keiner von denen,die etwas in die Sache zu reden haben.
(Fortsetzung folgt.)
Vermischte Nachrichten.
Hamburg , im October.
S eefahrer-Casse. — Eisenbah-nen. — Der achtzehnte October. —Hamburg, als eine Seehandelstadt, hat aucheine eigene Marine, die zwar gut besoldet wird,indessen Halt der Seemann, besonders der nie-dern Ranges, der Matrose, selten sein Geldzu Rathe. Auf der See, wo er vielen Gefahrenausgesetzt ist, kann er für diese nicht in freu-digen Genüssen sich entschädigen, in reichemMaße thut er dies aber, sobald er an's Landgelangen kann, wo schon vielerlei Leute dafürSorge tragen, ihn zu amüsiren und ihm leereTaschen zu verschaffen, und so verpraßt häufigder Seemann das so eben für Monate langeMühseligkeiten erhaltene Geld in wenigen Ta-gen, um neuen Mühseligkeiten entgegenzuge-hen und wiederum das Verdiente auf leichtsin-nige Weise durchzubringen. Auf moralischemWege ist hiergegen nichts auszurichten, es mußdafür gesorgt werden, daß der Matrose gleich-sam wider seinen Willen im Alter oder wenner dienst- und verdienstunfähig wird, etwas zuleben hat. Es ist hier freilich seit mehr alszwei Jahrhunderten eine Anstalt der Art, dieaber dem Zwecke nicht genügt. Es hat daherder Verein der hiesigen Rheder vor Kurzemeinen Plan zu einer allgemeinen HamburgerSeefahrer-Casse entworfen, nach welchem fürdie Seeleute selbst in dem verdienstunfähigenZustande, sowie für ihre Witwen und Waisengesorgt werden soll, so daß jeder Seemann, derzu dieser Casse beitragt, nach gewissen Dienst-jahren auf Hamburger Schiffen Anspruch aufeine „Nation" zu machen hat. Gleichen An-spruch haben die Witwen und Waisen derjeni-
gen, die bis an ihren Tod Mitglieder gebliebensind. Mit dieser Casse ist auch eine Seefahrer-Armen - Casse verbunden. Ausgeschlossen vondiesen Unterstützungen sind diejenigen und ihreAngehörigen, die sich eines groben Verbrechensschuldig gemacht haben, das eine entehrendeStrafe nach sich zieht. Man ahmte hier demStrafsysteme des alten Testamentes nach, woGott die Verbrechen des Menschen bis in'szehnte Glied bestraft, eiye Verfahrungsart, dieum so mehr Wunder nimmt, da das alte Testa-ment hier nicht in besonderem Ansehen steht.Wenn es dort vielleicht nöthig war, die Men-schen dadurch, daß man ihre Elternliebe an-regte, zum moralischen Wandel gleichsam zuzwingen, so sollte man jetzt nicht mehr den Un-schuldigen für den Schuldigen leiden lassen.Indessen fällt ein solcher Fehler sicher nach ge-nauer Erwägung bald wieder weg, und hatHamburg ein Institut mehr, das zur Belebungseines Handels, der Basis seines Bestehens undGedeihens, beitragen wird.
Die Aussicht auf Krieg, die im Anfangedes Monates vorhanden war, ging hier ziem-lich wirkungslos vorüber, da an unserer Börsefreilich auch Geschäfte in Staatspapieren ge-macht werden, aber nicht von der Art, daßdie Eristenz der Handlungshäuser dadurch ge-fährdet wird, die sich auf solche Geschäfte ein-lassen, — das Jahr 1825 hat eine gute Lehrezurückgelassen — es traten aber dadurch Ge-genstände von allgemeinem Interesse in der Un-terhaltung und den öffentlichen Blattern mehrin den Hintergrund. Jetzt, wo man ruhigerin die Zukunft sehen zu dürfen vermeint, tre-ten diese auch wieder mehr vor. Zu diesengehört zunächst die Eisenbahnangelegenheit.Da schon vor einigen Jahren die Aussicht aufeine Hannover-Hamburger Eisenbahn und so-mit aus eine directe Verbindung auf solchemWege mit dem Westen und Süden sich zer-schlug , mußte man auf einen andern Weg be-dacht sein. Der erste Schritt war die Eröff-nung eines Anfangspunktes, der Bahn nachBergedors, die, auf mancherlei Schwierigkeitenstoßend, doch schon rasch im Bau begriffen ist.Es wurden darauf Einleitungen getroffen, eineVerlängerung derselben nach Berlin aus demlinken Elbufer, via Magdeburg zu bewirken.Jetzt tritt eine Opposition mit dem Plane auf,auf dem rechten Elbufer gerade auf Berlin zubauen, ein Plan, wodurch Mecklenburg mehrin das Interesse gezogen wird, und dann leichtdie beabsichtigte Verbindung mit Hannover wie-der fahren läßt. Diese beabsichtigte Bahn vonHannover nach Wismar würde Hamburg be-deutenden Nachtheil bringen, besonders wenn
sich Bremen anschließt, das schon in einigenArtikeln, wie Wein und Tabak, stark mit Ham-burg rivalisirt. Kommt nun diese berlin-ham-burger Bahn zu Stande, so ist mit der Zeiteine schnelle Communication von der Nordseemit dem adriatischen Meere, theils durch dieschon in dieser Richtung bestehenden, theilsprojectirten Eisenbahnen gegeben. Es hat aberfast den Anschein, als wenn man mit dem thä-tigen Eingreifen, d. h. mit dem Zeichnen aufActieu noch etwas zu sehr rückhält, wie manüberhaupt hier den Actienunternehmungen nichtrecht hold ist, indem man vor einigen Jahrenbei zwei hier bestandenen Instituten, die aufdiese Weise begründet waren, sehr unange-nehme Erfahrungen gemacht hat. In der Be-fürchtung einer zu großen Theilnahmlosigkeiterhoben sich jüngst einige Stimmen mit einerdringenden Ermahnung zur thätigen Theil-nahme, indessen hilft nicht immer ein solchesAnstacheln bei unseren vorsichtigen Kaufleuten,was um so mehr jetzt zu wünschen wäre, dadie nicht wenig gefürchtete Bahn von Altonanach Kiel zweifelsohne zu Stande kommenwird. Es hat nämlich der englische Ingenieur,der zur Revidirung des Plans, zum Nachui-velliren und zur Berichterstattung eigends be-rufen war, ein äußerst günstiges Urtheil dar-über gefällt und mit Berechnungen belegt. Dieganze Strecke von etwas über 13 Meilen sollnur wenig über 5 Millionen preußische Thalerkosten, und dabei hat er eine bedeutende Acti-enzeichnung in England in Aussicht gestellt.Die Bahn hat keine Terrainschwierigkeit, sodaß dadurch hauptsächlich die Kosten so geringausfallen werden, und ist dabei so eben, daßman ohne Gefahr sehr schnell wird fahren kön-nen. Man glaubt allgemein, daß der Bauschon im nächsten Frühling wird beginnen kön-nen. — Wirft man einen Blick auf die KarteDeutschlands und trägt sich in Gedanken dieeinzelnen Eisenbahnen darauf ein, so bekommtman ein sonderbares Bild. Für die nächstenZwecke, den Handel und Verkehr, ist dieses soübel nicht, aber in staatlicher Hinsicht, beson-ders Deutschland, was freilich zur Zeit nochein frommer Wunsch ist, als Einheit gedacht,müßte doch irgend ein bestimmtes Princip beider Anlegung befolgen. Unseres Bedünkensmüßte von Bundeswegen eine besondere Com-mission eingesetzt werden, die, wie es von jetztan in England der Fall ist, alle Plane durch-sehen und begutachten müßte. Wenn auch viel-leicht dieses als eine Art Vernichtung der Sou-verainetätsrechte angesehen werden sollte, sosind ja überhaupt schon einzelne Ausnahmengemacht worden und müssen es auch, wenn der