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träges wieder aus der Bank herausgezogen werdenkönnen. Endlich scheint es nachteilig zu sein, daßder Diskont niemals eine bestimmte Höhe über-schreiten darf, und je für sechs Wochen festbestimmt ist. Es ist dies eine Beschränkung, diefür die freie Bewegung eines kaufmännischen Ge-schäfts nur nachtheilig werden kann.
Fällt der Diskont während dieser sechs Wo-chen unter den bei der Bank bestimmten Satz, sowird Niemand bei der Bank discontiren, und siekann keine Geschäfte machen, weil sie zu einemanderen, als dem bestimmten Satze, keine Ge-schäfte machen darf. Steigt er über diesen Satzhinauf, so wird der Zudrang groß sein, weil sieihren einmal bestimmten Diskont nicht erhöhendarf. Dann aber könnte sie mehr gewinnen,wenn sie sich frei bewegen dürfte. Indessen istdies nicht der einzige Nachtheil; in Krisen kanngrößerer Nachtheil entstehen, und wir sehen, wiesich die londoner Bank oft nur dadurch gegen zugroße Ausdehnung des Credits schützen kann, daßsie den Diskont erhöhet. Ein so gutes Schutz-mittel sollte daher nicht verschmäht werden.
Endlich werden auch Klagen geführt über densehr erschwerten Geschäftsgang bei der Bank *),und es läßt sich allerdings leicht ermessen, daß,da die wichtigeren Geschäftsangelegenheiten derBank wie Hypothekenanleihen, Lebensversicherun-gen, Brandversicherungen, der collegialischen Be-rathung der Administration unterliegen, da ferneralle Urkunden nur durch Dazwischenkunst einesDirektors und eines Administrators zur Voll-ziehung kommen können, vielerlei Verzögerungenvorkommen müssen, die bald dem Interesse derAnstalt, bald dem Interesse der Geschäftsparteinachtheilig werden, und überhaupt von Geschäf-ten mit der Bank abschrecken müssen.
Mit allen diesen kleinen Mängeln ist indessendie bayrische Hypotheken - und Wechselbank docheine, auf eine großartige Idee begründete, fürdas Land immerhin wohlthätige Anstalt, die künf-tig immer mehr leisten kann, da sie die Keime zueiner weitem Ausbreitung und Entwickelung be-reits in sich trägt. Diese Entwickelung wirdjedoch um so wünschenswerther und dringlicher,als ihr Privilegium auf 99 Jahre ausgedehnt ist,und sie die, vielleicht eben wegen dieser langenDauer während eines Zeitraums, in welchem sichso viele Verhältnisse nothwendig anders gestaltenmüssen, n.cht ganz zu billigende, ausschließlicheBerechtigung zur Ausgabe von Banknoten erhal-ten hat, durch welche die Errichtung ähnlicherAnstalten in Bayern unmöglich wird, so langeihr Privilegium dauert.
*) Erich, Sendschreiben an die Actionaire der baye-rischen Hypotheken- nnd Wechselbank. München, 1837.
Ein Wort für Kant, mit Rückblickenauf eine hochwichtige Frage der Zeit.
Vorn Professor Dr. I. Salat.
Es ist jüngsthin, an mehr als Einem Orte,gesagt worden: „Die kantische Philosophiebefestigte den Glauben an das Jenseits voll-kommen (!). Aber sie that es durch eine egoi-stische (?) Wendung. Sie begnügte sich nichtmit der Tugend; sie wollte auch das Verdienstihrer Anstrengung belohnt wissen. Sie for-derte Glückseligkeit und widersprach dadurchihrer republikanischen Moral (! ?), die Pflichtum der Pflicht willen zu thun. Der im Dies-seits durch den kategorischen Imperativ abge-wiesene Eudämonismus schlich sich durch denpraktischen Beweis für das Dasein Gotteswieder ein."
Hat wohl diese kategorische Behauptungdie volle Gültigkeit? — Es giebt ohne Zwei-fel ein doppeltes Vergnügen oder Wohlsein:ein physisches und ein moralisch es, oder(wie bekannt): ein sinnliches und einsitt -liches. Denn die hegel'sche Unterscheidungzwischen Moralität und Sittlichkeit ist völligneu, hat außer der Schule noch keine Geltunggefunden und wird sicherlich, zufolge des be-kannten Culturgangs in Betreff des Sprach-gebrauchs, nimmermehr geltend werden: wieherrschend ist bereits, seit langer Zeit, dieMoralität — Sittlichkeit! Und welches Worthätte denn sonst unsere Sprache für die erstere?Die Einwendung, die etwa ein Etymologmacht, indem er die Sittlichkeit von derSitte ableiten will, findet nicht statt: istdoch die Sitte, selbst die feine, auch mit der„Unsittlichkeit," die zum Laster fortgeht, ver-einbar (wenigstens bis zu einem gewissen Zeit-punkte) !
So giebt es auch einen zwiefachen „Ge-nuß." Der physische ist, der Bestimmung desMenschen zufolge, nur als Mittel, — dermoralische nur als Folge denkbar. DerZweck, welcher da vorausgesetzt wird, undworauf sich eben das Physische als Mittel be-zieht, ist das Uebersinnliche — das erste Reale,in h. in der Sprache des Ethikers das Mora-oder Sittliche; der Grund aber, wel-chen die Folge (zunächst) voraussetzt, ist dieSittlichkeit oder Moralität, so wie eben dieseals ein Subjektives erscheint — aber unterVoraussetzung eines Objectiven, welches nichtdas gemeine, im bekannten Schulsinne, ist:jenes Reale gestaltet sich dazu. So erscheintdas (wahrhaft) metaphysische Object neben(vor) dem physischen, nicht im feindlichen,trennenden oder absoluten Gegensatze damit,
wohl aber wesentlich, d. h. nicht blos demGrade und der Gestalt nach, davon ver-schieden !
Diese Grundansicht steht, wie man sieht,dem eigentlichen Materialismus direct entge-gen : wo das Reale und hiermit das Object indas Physische schlechthin, im vollen Ernste derWissenschaft, gesetzt wird, da ist auch keineEthik oder Moralphilosopie möglich. Nur dieLogik mag, wo eben die Physik nicht vorkom-men soll, darf oder kann , unter dem NamenEthik noch eintreten. Aber die Logik oder dasLogische ist ja, gleich dem Physischen, auchmißbrauchbar: was erscheint denn in der So-phistik, wenn dieses Wort bestimmt in derBedeutung, die im Ganzen (nach Sokratesund Platon) so geltend ward, genommenwird? Und wie bekannt, wie herrschend ist inunserer Sprache „der Mißbrauch des Verstan-des " , der Denkkraft als solcher, gleich irgendeiner physischen Kraft, während der Verstandunstreitig die logische Potenz heißen darf!Daher, mit so viel Entschiedenheit, die Logik— Denklehre, Verstandeslehre. — Die Ver-nunft, dieses Wort bezeichnet wenigstens ne-ben der Sinnlichkeit oder Natur in dieser Be-deutung d. W. eben so entschieden jenes Reale:das Uebersinnliche. — Nur die geheime Vor-aussetzung des ersten Realen, vermöge des bes-seren Gemüths oder reineren Gefühls (in Ver-gleich mit der spekulativen Verirrung), kannnoch stattfinden, nachdem die Logik den Ortder Ethik eingenommen; dann aber ist, anstattder Wissenschaft (Moralwissenschaft), nur nochein ganz eigenes Gemisch von Intellektualis-mus nnd Mysticismus möglich: solches trittalsdann, 'in diesem Falle, nothwendig au dieStelle der wissenschaftlichen Lehren vom Gutenund von Gott.
Wer nun den moralischen Genuß, dassittliche Vergnügen wahrhaft denkt, der setztdie Sittlichkeit — also irgend Einen, der be-reits sittlich ist — nothwendig voraus: indemdasselbe, die Folge der Sittlichkeit, vor sei-nem geistigen Auge steht, ist es ganz unmög-lich, daß er hierbei an sich denke, so daß ersich dabei Etwas, das Zweck oder Zielpunktseines Strebens wäre, vorstellen könnte. Fälltauch der reflere Blick auf ihn selber zurück, somuß er auch sich als einen Würdigen, als Einen,der sittlich (gut) gehandelt hat, voraussetzen.Der Gedanke an dieses Vergnügen oder Wohl-sein kann also die sittliche Triebfeder keineswegstrüben, aufheben: er kann dieselbe, indemmit der ethischen Rcflerion die religiöse sichverbindet, nur verstärken.
Die Folge der Sittlichksit ist aber 1) zu-