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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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zs Freundschaftliche

genliebe allezeit und bey allen Menschen ver-derbt seye. Diese vermeinten Philosophen,glauben sie die Lueretia über ihre erlitteneSchande zu entunehren, wenn sie den Ver-zug ihres Todes einer Gedanke zuschreiben,die wegen der Wollust zu späthe bekommen?meynen sie, sie werden die Mäßigkeit deSSeipions aufheben, wenn sie sagen, erseye gegen die Nutzungen der Wollust un-empfindlich gebvhren worden.

Sie mögen die Handlungen Und Thatender Menschen auslegen wie sie wollen, siewerden es niemahls dahin bringen, daßAugust und Nero sich gleichen. Ich wünsch-te,'sie würden versuchen, uns zu bereden,daß die Vermeffenheit des Königs Johan-nes von der Klugheit seines Sohns Carlsdes Fünften nicht unterschieden gewesen,noch die Weichlichkeit Heinrichs des Drit-ten von der Stärke und Tapferkeit Hein-richs des Vierten. So verschiedene Perso-nen müssen ungleiche Regeln ihrer Auffüh-rungen gehabt haben, Laster und Tugen-den , die nichts gemein hatten.

Man wird vielleicht sagen, Oer nichtinder Absicht, die Wirklichkeit dadurch zu be-weisen, ich gebe der Eigenliebe zu viel zu:ich mache die Menschen einer gröffernVoll-kommenheit fähig, als sie in der That sind;lo wohl die Alten, als die heutigen Autho-