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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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42 Freundschaftliche

kung dieses Eindrucks beyznfallen odernicht; und diese Freyheit ist allen Menschengegeben.

Es ist wahr/ dieselbe nimmet ab, je mehrder Eindruck/ den wir empfangen, aufuuswürket; was uns zu einer Zeit leicht gewe-sen ist, fällt uns zu einer andern schwehrzu bestreiten; und endlich kömmt eine Zeit,da es uns unmöglich ist zu widerstehen:alsdenn / wenn uns die Vernunft gänzlichfehlet. Ich überlasse andern, die verschie-denen Grade zu erkläre»/ nach welchen die-ses Licht der Seele so verdunkelt und so ge-schwächt wird/ daß es uns zu nichts mehrdienen kan.

Die Laeedemvnier waren der Meinung,das sicherste Mittel, sich vor der Trunken-heit zu bewahren, seye, Trunkene zu sehen:es kan mit verschiedenen Leidenschaften sobeschaffen seyn. Der Zorn, die Verzweiftlung, die Eifersucht, der Neid, und derGeitz mahlen sich selbst mit so schwarzenFarben ab, daß sie bey denen, die sie se-hen, einen Abscheu erwecken können. Dassind nicht ansteckende Leidenschaften, es istfast genug Verwandte zu haben, die damitbehaftet sind, um denselben nicht ergebenzu seyn.

Wir werden nicht auf gleiche Weise vonasten Leidenschaften geheilet : Es giebt

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