Lehren. 6i
Der geringste Handwerks-Mann, dersein Handwerk verstehet, ist der Gesellschafti werther, als ein Staats-Minifter oderFeldherr, der das sättige nicht verstehet.
Lieber Aristes, lasse dich nicht, wie soviel andere, durch den äusserlichen Schein' verführen, der leicht betrieget: kein Standverunehret den, der ihn wohl erfüllet; aberviele verunehren ihren Stand durch die Art,mit der ste ihn bekleiden.
Man sollte vor den Tod guter Bürgereine Trauer verordnen. Die Namen de-rer, die in ihrem Leben dem Vaterlandsnützlich gewesen, verdienten nach ihrem To-de in den Tempeln aufgezeichnet, und auf-behalten zu werden. Diese Register wäreneine Quelle von Ruhm und Adel, der mannicht widersprechen würde: was der Ge-sellschaft nicht nützlich wäre, würde manvor nichts rechnen.
In Egypten beurtheilte man die Königenach ihrem Tode, und verehrte diejenigenals Götter, die Väter ihrer Unterthanengewesen. Die Chineser haben im Brauch,.. der Nachwelt das Angedenken guter Bür-I ger zu hinterlassen: der Kayfer schreibt miteigener Hand ihr Lob, und dieses ist dereinzige Adels-Brief, den diese Völker ha-ben. Ein jeder Mensch ist im Stande, ei-nem andern Gutes zu thun; aber nur Kö-nige