88 Freundschaftliche !
Man schreibet Bücher von den Vorthei-len des Pracdts; man siehet ihn als einvortreffliches Hülfs-Mittel vor die Staa-ten an, in welche er eingeführt wird: undhoch verschlinget eben dieser Pracht, wenner zu weit getrieben wird, alles, bis aufdas Erbgut der Armen. Niemand darfsa-gen, daß alle Vortheile, die er zeuget, demeinzigen zu vergleichen seyen, welcher derGesellschaft durch die Erhaltung der Bür-ger, deren er sie augenscheinlich beraubet,zukommen würde.
Der Besitz der Reichthümer ziehet Sor-gen und Freuden nach sich, die uns wenigZeit zu solchen Gedanken laßen: viele Rei-che find gestorben, ohne sie jemahls gehabt !zu haben: und die in grossem Ueberflust !gebohren werden, wissen selten, was Ar- !mnth ist.
Mein Freund, du wirst die Armen lie-bet» , ich habe gesehen, wie du schon in ei-nem Alter, da ihre verrissene Lumpen al-lein dich lehrten, daß sie nicht so glücklichseyen als du, beschäftiget wärest sie zn trö-sten ; und aus Mangel Gelds ihnen allesgäbest, was zu deiner Freude diente.Schon damahls erzeigtest du dich leutsee-lig: du hast nichts mehr nöthig, als dieserTugend gewisse Regeln vorzuschreiben, diedieselbe gerechter machen:-das ist das
einziger