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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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94 Freundschaftliche

würde das gerechteste Erbe bald verschwin-den. Es ist selten, daß Verschwender sichbegnügen, ihre eigenen Güter zn zehren;sie essen anderer Güter, nachdem sie die ei-genen aufgebraucht.

Die Leidenschaften wären keine Leiden-schaften mehr, wenn sie eingeschränkt wä-ren; Die Verschwendung ziehet viele La-ster nach sich. Man hat vernünftig undmit Grund gesagt, der Reichthum kostemehr zu erhalten, als zu erlangen: Ein Rei-cher kaufet die Schande theuer, mit der ersich beladet: Oeciecorum pretiolus Lm-xtor.

Bon den Menschen.

WAn hat zu allen Zeiten von den Men-scheu geschrieben, man hat viel Gutesund Viel Böses von ihnen gesagt: Sie sinddadurch weder besser, noch verderbter wor-den. Was ich dir von denselben sagenwill, mein lieber Aristes, hat nichts mit demgemein, was du von ihnen in den Büchernlernen kanft: ich will dir davon nur in Ab-sehen auf dich selbst reden.

Die erste Regel, welcher du in Ansehenihrer folgen mußt, ist diese: dn mußt sieals Brüder ansehen; sie sind es auch in al-lem Verstand. Der Absehen, den ihre La-ster