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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Lehren. 105

kan man diesem Irthume vorkommen, deroft traurige Folgen vor die Gesellschaft nachsich zieht.

In dem Umgänge der Menschen mußman vieles, das uns mißfällt, ihrerSchwäche und der Menschlichkeit, die nichtvollkommen seyn kan, zuschreiben. Einvernünftiger Mensch verzeihet denen, dieihm Unbill anthun: er fordert von einemZwerge nicht, daß er ein Riese seye; nicht,daß jedermann beständig, großmüthig, un-eigennützig , und treu seye. Das beste anihm ist, wenn er sich bemüht, vor sich dieGelindigkeit nicht vonnöthcn zu haben, dieer gegen andere beweißt. Er würde auf-hören weise zu seyn, wenn er sich durchdas Glück der Bösen beleidiget hielte, dieer- gleichwie ihre Laster, als eine noth-wendige Folge der Unordnung anstehet, diein der Welt eingeführt ist, und deren einePrivat-Persvn nickt weiter, als bey sichsechsten begegnen kan. Es ist schwer, sichzu enthalten, um sich nicht über dieselbe zubeklagen, hüten wir uns nur, die Verbes-serung derselben zu unterfangen; man ge-! winnt damit nichts als Verachtung, die sich> bis auf die Tugend erstreckt, und die die-selbe oft in Gefahr setzt, unten zu liegen. >Man sagt, es seye den Menschen nach-Geilig, vor das, was sie sind, gekeimt zuG s wer-