Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrenuung.

Schwert verfolgen, und als ein todtes Glied von einem gesundenKörper abschneiden." ')

Am 13. März brach Heinrich II. wirklich in das Reich ein, in-dem er die Reichsstadt Toul besetzte. Auch das feste Metz fiel, dieVormauer Deutschlands gegen Frankreich, wo einst Kaiser Karl IV.im Jahre 1356 die goldene Bulle erlassen hatte. Endlich ward auchVerdun weggenommen. Dieses war der glorreiche Feldzng Heinrich II.,der sich auf dem von ihm zu Metz errichteten Triumphbogen den„Proteetor" des heiligen Reichs nannte.

An dem angesetzten Tage, den 26. Mai, versammelten sich einigeFürsten, unter ihnen Herzog Albrecht von Bayern, zu Passau, anderesendeten ihre Botschafter dahin. Tief waren Alle von dem Gedankendurchdrungen, daß der Friede im Reiche, das von Frankreich undden Osmancn zugleich bedroht sei, um jeden Preis dauerhaft herge-stellt werden müsse. Zwar schritten die Verhandlungen nur zögerndweiter, so daß der Waffenstillstand verlängert werden mußte; auchunternahm Moriz noch einmal einen Kriegszug über Nürnberg nachFrankfurt, um seiner Sache eine günstigere Gestalt zu geben; da sichindessen die Macht des Kaisers verstärkte, fand er es doch gerathen,auf dessen Fricdensantrag einzugehen. Also ward der Vertrag zuPassau von den anwesenden Fürsten und Botschaftern unterzeichnet(am 2. August).

Die Hauptpunkte dieses Friedensvertrags waren: Moriz entläßtseine Truppen, die in den Dienst des Königs Ferdinand treten;Landgraf Philipp wird der Haft entlassen gegen Bürgschaft wegenseines fernerhin ruhigen Verhaltens; Niemand darf wegen seinerReligion bedrückt oder überzogen werden, bis zu dem bald einzube-rufenden Reichstag, welcher die Religionsfrage in Deutschland füralle Zeiten zu entscheiden hat; allgemeine Amnestie, Zurückgabe allerEroberungen u. s. w.

Im Innersten verletzt war Kaiser Karl V. Der Gedanke seinesgroßen Lebens, für den er standhaft und rastlos gewirkt und ge-kämpft hatte, schien verloren. Hatten doch die Fürsten im Neben-vcrtrage zu Passau bestimmt und sich gegenseitig gewährleistet: wennauch auf dem nächsten Reichstag keine Vereinigung der Religion zuStande käme, sollte der Friede unbedingt aufrecht gehalten werden.Wahrscheinlich hatte Karl V. schon damals, als er deutsche Fürsten

1) Bei, sen nennt diese Proklamation treffend „ein brauchbares Verzeichnißder Redensarten, durch welche seit jener Zeit Frankreich in Deutschland Gimpel fing."