Karl V. und Moriz von Sachsen.
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unter französischen Feldzeichen gegen sich anrücken sah, mit sich ab-geschlossen. Doch sollte es nicht in den Büchern der Geschichte heißen,daß unter ihm eine Stadt des Reichs verloren gegangen sei. Nochim Spätherbste brach er aus Schwaben mit einem starken Heere —66,000 Mann — nach Lothringen auf. Am 20. November stand ervor Metz, und die Belagerung begann mit dem äußersten Nachdruck.Der Kaiser selbst setzte sich jeder Gefahr aus und ertrug, obgleichkrank, jede Beschwerde. Allein die Franzosen hatten Zeit gehabt,die Bcfestigungswerke zu verstärken, die Besatzung war zahlreich, undHerzog Franz von Guise vertheidigte die Stadt sehr tapfer, die zahl-reichen Gefechte und Stürme, mehr noch Seuchen, wie sie Mangelund Winterkälte hervorzubringen Pflegt, rafften fast die Hälfte desHeeres hinweg. Am 2. Januar 1553 mußte er die Belagerung auf-geben. Nur mit bitterm Schmerz im Gemüthe zog Karl V. ab. InDeutschland sang der Unverstand Spottlieder über die Schmach deseigenen Oberhaupts.
Kurfürst Moriz aber, dieser Verräther seines Kaisers und Deutsch-lands, konnte sich nicht ruhig halten, ohne seine alten Ränke wiederanzuspinnen. Schon Anfangs September 1552 erneuerte er wiederumseine Verbindungen mit Frankreich. Dem Casus de Virail, welchenHeinrich II. während des Kriegs um Metz an ihn sendete, wieder-holte er die alten Verheißungen: Der König solle den Titel einesReichsvicars haben, ja bei der nächsten Kaiserwahl zu dem Hauptedes Reiches erhoben werden, wenn er es wünsche, wogegen sichMoriz ein bedeutendes Jahrgeld und die Erhaltung seines Gebietesausbcdung. Ja er erbot sich, wenn der König im nächsten Jahrein das Feld rücken würde, ihm 1000 Reiter und 12,000 Mann Fuß-volk zuzuführen. Nur der Tod kam der Ausführung dieses fortge-setzten Verraths an Kaiser und Reich zuvor. Moriz ward mit seinemeignen frühern Kriegsgenvssen, dem Markgrafen Albrecht, in Kriegverwickelt. Am 9. Juli 1563 trafen ihre Heere zu Sievershausenin der Lüneburger Haide aufeinander. Es war eine blutige, ver-zweifelte Schlacht. Mitten im Reitergefecht erhielt Moriz den tät-lichen Schuß, der ihn am zweiten Tag wegraffte. Als der Kaiserdie Kunde von dem Tode des Mannes erhielt, der ihm so viel Leidzugefügt, saß er eine Zeit lang schweigend, dann der Zeit gedenkend,wo ihn Moriz seinen Vater nannte, rief er aus: „O Absalon, meinSohn!"