Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentremmng.

Fasten, Almosengebcn, abbüßen, oder sie wird durch den Ablaß fürgewisse gute Werke um der Verdienste Christi Willen von derKirchen-gcwalt erlassen, oder die Seele wird erst nach dem Scheiden ausdiesem Leben, durch das Leiden imFegfeuer gänzlich davon gereinigtund geläutert. Da aber alle Glieder der Kirche mit Christus unddurch ihn, auch alle untereinander in lebendiger Gemeinschaft stehen,so reicht das Gebet als Bindemittel der Liebe im Glauben über dieSchranken des irdischen Lebens hinaus, und wir können für dieleidenden Brüder beten, wie unsere verklärten Brüdcr bei Gott füruns bitten, und wie die Menschen auf Erden nach dem Worte derSchrift für einander beten sollen.

Da es hienach keine Rechtfertigung des Menschen ohne innereHeiligung gibt, die Heiligkeit des Menschen aber in seiner Gleich-förmigkeit mit dem Willen Gottes besteht, wozu ihn die GeboteGottes führen, so kann und soll der Gerechtfertigte die GeboteGottes oder das göttliche Gesetz erfüllen. Die einzelnen Handlungen,in welchen dieses geschieht, sind die guten Werke, und durch dieseguten Werke verdient der gerechtfertigte Mensch, nach Gottes gnadcn-voller Verheißung, den Lohn der ewigen Seligkeit in immer höheremMaße. Damit war die Grundlage eines kraftvollen sicheren Strcbcnsgerettet. Es handelte sich weiter um die von Christus eingesetztenHeils- und Gnadenmittcl, wodurch entweder die Gnade der Recht-fertigung und Heiligung erlangt, oder bewahrt und vermehrt wird.Das Konzilium erklärte auf Grund der göttlichen Offenbarung, daßChristus nicht mehr und nicht minder als sieben Sakramenteeingesetzt habe, an welche als äußere sichtbare Zeichen er die innereunsichtbare Gnade geknüpft habe. Sodann wurde von jedemSakramente einzeln gehandelt. Insbesondere wurde vom Altars-sakrament erklärt, daß unter den Gestalten des Brodes und Weinesund zwar unter jeder einzeln, der Leib und das Blut des Gott-menschen Jesus Christus wirklich, wahrhaft und wesentlich zugegensei, indem die Substanz des Leibes und Blutes Jesu Christi ver-wandelt werde. (Transsnbstantiationslehre.) Eben so feierlich wurdeerklärt, daß die heil. Messe ein wahres, obgleich unblutiges Opfersei, welches nicht nur das Opfer Christi am Kreuze nicht beeinträch-tige, sondern vielmehr dasselbe den Menschen stets gegenwärtig dar-stelle und die Früchte desselben ihnen zueigne.

In engster Beziehung zur Lehre von den Sakramenten und ins-besondere vom heiligen Meßopfer steht die Lehre von dem Pricster-thum, welches nach dem Willen Gottes vom Anbeginn der Kirche