Das Konzil von Trient.
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durch die Weihe nur an bestimmte Personen übertragen wird. Aberauch unter den Geweihten gibt es nach göttlichem Rechte gewisseStufen der Gewalt und des Ranges, so daß die Kirche Gotres einemwohlgeordneten Heere gleicht, und jeder nach dem Willen Gottesseinen Platz einnimmt, ohne daß die Staatsgewalt hierin etwas an-zuordnen hätte, oder Jemanden eine kirchliche Gewalt übertragenkönnte. Zuletzt wurde die Lehre vvm Feg jener hauptsächlich nachihrer praktischen Seite eingeschärft, die Anrufung der Heiligen,die Verehrung der Reliquien und religiösen Bilder inSchutz genommen, die Lehre v om Ablasse in ihren Hauptpunktenbestimmt, und ein scharfes Mandat gegen die hiebet eingcschlichcncnGrundsätze erlassen, endlich die wahre Bedeutung des kirchlichenFastcngcbotcs hervorgehoben und für die Anfertigung eines Ver-zeichnisses (Iiniex) schlechter oder gefährlicher Bücher gesorgt, damitjeder Katholik wisse, wovor er sich um seines Seelcnheilcs willen zuhüten habe. Die Glaubcnsentschcidungen wurden nach dem Schlüssedes Konziliums in eine kurze Glanbensfvrmel (xrottzssio ticlei 1'ri-(löntinne) zusammengefaßt, welche seit jener Zeit bis auf diesen Tagals das unterscheidende Kennzeichen der Katholiken von den Prote-stanten gebraucht wird. Hicmit war die Aufgabe der Kirche alsHüterin der göttlichen Wahrheit vollendet.
Daneben hatte das Konzil eine zweite wichtige Aufgabe: dielängst ersehnte Reformation der sittlichen Zustände in der Kirche.Auch diese Aufgabe wurde kräftig in Angriff genommen und glücklichgelöst. Alle Stände der Kirche wurden ernst und dringend an ihrePflichten ermähnt; eine große Menge von Mißbräuchcn abgeschafft;viele alte heilsame Gesetze wurden erneuert; manche nöthig befundeneneue Gesetze erlassen; die Erzbischöfe und Bischöfe erhielten den Auf-trag, in Provinzial-Konzilicn und Diözcsan-Synodcn für die Durch-führung dieser Anordnungen zu sorgen.
Die Früchte dieser ächten Reformation der Kirche zeigten sichbald in der herrlichsten Weise. Das Konzilium hatte 18 Jahre ge-dauert (1.1645—1563); zweimal war es durch Krankheit und Kriegunterbrochen worden; zweimal hatte es sich wieder versammelt, undendlich sein großes Geschäft glücklich vollendet. Wenige Jahre nachdem Schlüsse des Konzils sah die Kirche wieder einen heiligen Papst— Pins V. — auf dem Stuhle Petri, der mit größtem Eifer dieBeschlüsse des Konzils in's Leben einführte. Aehnlichcn Eifer fürden wahren Glauben, wie für die Verbesserung der Sitten, bewiesenBischöfe in allen Ländern, unter denen die Namen eines Karl Borro-