Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Die ersten Jeftntenschulen in Deutschland.

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gesinnten Lehrern. Um diese zu bilden, stiftete er im Jahre 1961ein Kollegium der Jesuiten in Tyrnau; er gab ihnen eine Pensionaus seinen Einkünften, Kaiser Ferdinand schenkte eine Abtei dazu.Als die Jesuiten ankamen, war eben eine Versammlung des Klerusder Diöcese veranstaltet: ihre erste Thätigkeit bestand in dem Versuch,diese ungarischen Priester und Pfarrer von den hctcrodoxen Lehrenzurückzubringen, zu denen sie sich hinneigten. Und schon rief mansie auch nach Mahren. Prussinowski, Bischof von Olmütz, derden Orden während seiner Studien in Italien kennen gelernt, ludsie zu sich ein; ein Spanier, Hurtado Pcrez, war der erste Nectorin Olmütz; sie lernten die Landessprache, fanden sich in die üblicheLebensweise und hatten Erfolg.

Von Köln verbreitete sich die Gesellschaft über das gcsammteRheinland. Auch in Trier hatte der Protestantismus Anhängergefunden und (Nahrungen verursacht. Der Erzbischof, Johann vonStein, beschloß gegen die Widerspenstigen nur geringe Strafen zuverhängen, und den Bewegungen hauptsächlich ein doctrinelles Gegen-gewicht zu geben; er bcschied die beiden Oberhäupter der KölnerJesuitcnschulc zu sich nach Coblcnz, und stellte ihnen vor, daß ereinige Mitglieder ihres Ordens zu haben wünsche, um, wie er sichausdrückte, „die Hecrdc, die ihm anvertraut worden, mehr durchErmahnung und freundliche Unterweisung, als durch Waffen undDrohungen in Pflicht zu halten." Er wandte sich auch nach Nom,und gar bald war man einverstanden. Von Rom wurden sechsJesuiten herübcrgeschickt, die übrigen kamen von Köln. Am 3. Februar1561 eröffneten sie ihr Kollegium in Trier mit großer Feierlichkeit;für die nächsten Fasten übernahmen sie die Predigten.

Da glaubten auch die beiden geheimen Räthe des KurfürstenDaniel von Mainz, Peter Echter und Simon Vagen, zu erkennen,daß in der Aufnahme der Jesuiten das einzige Mittel liege, der ver-fallenden Mainzer Universität wieder aufzuhelfen. Den Widerspruch,den ihnen Domherren und Landsassen entgegensetzten, zum Trotz,stifteten sie dem Orden ein Kollegium in Mainz und eine Vorbcrci-tungsschulc in Aschaffenburg.

Immer höher gelangte die Gesellschaft den Rhein hinauf. Vor-züglich wünschcnswcrth schien ihr ein Sitz in Spei er. Allmähligdrangen sie ein. Darauf versuchten sie ihr Glück auch längs desMaincs. Obwohl Frankfurt ganz protestantisch war, hofften sie dochwährend der Messen daselbst etwas auszurichten. Es konnte dießnicht ohne Gefahr geschehen; um sich nicht finden zu lassen, mußten